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30. Januar 2019 / Handelskonflikt USA-China: Auswirkungen auf die Baumwollindustrie

Wie wirkt sich der Handelskonflikt zwischen den USA und China auf die Baumwollindustrie aus? Welche Entwicklungen und Verschiebungen von Handelsbeziehungen sind künftig denkbar?

Henning Hammer, Geschäftsführer Otto Stadtlander GmbH, und Vizepräsident Bremer Baumwollbörse, Bremen

„Ungehin­derter Handel und Wa­­renverkehr sind essentiell für unsere Branche. Daher sehe ich den Handelskonflikt mit Besorgnis. Ein wesentliches Problem, das sich daraus ergibt, ist die Unsicherheit. Unsicherheit ist Gift für das Geschäft, zumal sie wegen höherer Zölle und Gegenzölle vor allem Wirkung in nachgelagerten Stufen, wie in unserem Fall des Textil- und Bekleidungshandels, hat. Dies muss letztlich zu Verschiebungen im Baumwollhandel führen und die Handelsströme nach China deutlich zugunsten von Baumwolle aus Indien, Brasilien und eventuell auch den westafrikanischen Ursprüngen verändern. Baumwolle aus den USA muss dementsprechend vermehrt in andere Zielländer exportiert werden.

Zwar sollte man meinen, dass asiatische Länder wie Bangladesch, Indien, Pakistan und Vietnam von der derzeitigen Situation profitieren können, dennoch darf man nicht aus den Augen lassen, dass ein Großteil der Garnproduktion dieser Länder nach China exportiert wird. Eine Lähmung des Textilhandels durch den derzeitigen Handelskonflikt wirkt sich damit automatisch auch negativ auf viele andere Länder aus, die innerhalb der textilen Wertschöpfungskette mit China involviert sind.

Die weitere Entwicklung hängt von den Entscheidungen der beteiligten Nationen ab. Die bilateralen Gespräche zwischen den Präsidenten der USA und Chinas während des G20-Gipfels in Argentinien, die in der Folge Ergebnisse liefern sollten, führen hoffentlich dazu, dass sich die Lage entspannt und wieder Ruhe und vor allem Zuversicht ins Geschäft kommt.“

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