Aspekte der Nachhaltigkeit

Die eine Nachhaltigkeit im Baumwollanbau gibt es nicht – und kann es auch nicht geben. Dazu sind die Bedingungen in den fast 80 Anbauländern weltweit zu unterschiedlich, als dass eine generell gültige Definition von Nachhaltigkeit erfolgen könnte.

Nichtsdestotrotz versuchen viele Stakeholder im Anbau und der Baumwolllieferkette, messbare Kriterien für nachhaltigere Baumwolle zu finden. Hierbei gibt es jedoch keine objektive oder endgültige Bewertung, es handelt sich um einen Prozess und ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Dabei lohnt sich allerdings oftmals ein kritischer Blick auf die ausgewählten Kriterien im Hinblick auf mögliche Interessen der Initiatoren.

  • Zu den Kriterien, die derzeit bei einer Beurteilung nachhaltiger Systeme mit einbezogen werden können, gehören unter anderem Wassernutzung, Wasserverbrauch
  • Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, Düngern
  • Einsatz von chemischen Düngern
  • Bodengesundheit
  • Erträge pro Fläche
  • Arbeitsbedingungen
  • Einkommenserwerb/ Wirtschaftlichkeit
  • CO2-Ausstoß

Baumwolle und Wasser

Benötigt der Anbau von Baumwolle wirklich viel Wasser?

Nein. Die Landwirtschaft insgesamt ist für etwa 70 Prozent des globalen Wasserverbrauchs verantwortlich. Baumwolle hat lediglich einen Anteil von drei Prozent an der weltweiten Landwirtschaft, was auch ungefähr der von ihr benötigten Fläche entspricht. Sie ist eine außergewöhnlich trockenheitsresistente Pflanze. Sie wird insbesondere in ariden, trockenen Gegenden gezüchtet, da sie auch dort Erträge bringt, wo andere Nutzpflanzen nicht mehr wachsen.

Natürlich kann auch Baumwolle nicht ohne Wasser aufwachsen. Von der Saat bis zur Ernte vergehen sechs Monate. Lediglich in der Aufzuchtphase benötigt die Pflanze Feuchtigkeit. Die Bewässerung erfolgt entweder durch Regenfälle oder künstliche Bewässerung. Letztere bietet höhere Erträge. In der Reifephase reagiert die Pflanze negativ auf zu viel Nässe. Sie benötigt viel Sonne und liebt Trockenheit. Andernfalls kann es zu Qualitätsverlusten kommen.

Bei der in einigen Gebieten notwendigen künstlichen Bewässerung hat sich inzwischen viel getan. Insgesamt betrachtet führten moderne, teilweise computergesteuerte und deshalb wesentlich produktivere Bewässerungsmethoden (z. B. Tropfenbewässerung) sowie intelligente Wasservorratshaltung dazu, dass die Effizienz des Wasserverbrauchs innerhalb der letzten zehn Jahre in einzelnen Ländern, so in der USA und Australien erheblich gestiegen. In den USA wird unterstützend lediglich 35 Prozent der Anbaufläche künstlich bewässert.

Wasserbedarf von Baumwolle hängt von regionalen Gegebenheiten ab

Im von kleinbäuerlichen Strukturen geprägten Afrika kommt der Baumwollanbau in bestimmten Regionen aufgrund der positiven klimatischen Bedingungen in der Regel ausschließlich mit Regenbewässerung aus. Das gleiche gilt für Indien. Da in vielen Entwicklungsländern auch nicht unbedingt regelmäßige Stromversorgung garantiert ist, der für Bewässerungsanlagen benötigt würde, ist man hier auch schlicht auf Regen angewiesen. In Israel setzt man neben effizienten Bewässerungstechniken auf den Einsatz von Wasserwiederaufbereitung.

Da Baumwolle in so vielen verschiedenen Ländern angebaut wird, die ganz unterschiedliche Bewässerungssysteme haben, ist es nicht möglich, einen für alle Regionen gültigen Durchschnittsverbrauch anzugeben.

Weltweit werden derzeit Methoden entwickelt, die den Wasserverbrauch bei der Aufzucht von Baumwolle kontinuierlich reduzieren. In vielen Regionen führen intensive Schulungsmaßnahmen von Baumwollfarmern zum Ziel. Parallel dazu arbeitet die Agrarforschung aktuell an der Entwicklung von Bauwollpflanzen, die auch mit weniger Wasser aufwachsen können.

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Warum wir die moderne Landwirtschaft nicht schätzen, sie aber schätzen sollten – von Andreas von Tiedemann, Professor für Pflanzenpathologie und Pflanzenschutz an der Universität Göttingen.

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