Baumwollbörse

Premiere auf der PSI 2018: BREMER BAUMWOLLBÖRSE PRÄSENTIERT „WALK OF COTTON“

Vom 9. bis 11. Januar präsentierte sich die Bremer Baumwollbörse in Partnerschaft mit der Kölner Akademie für Textilveredlung mit einem eigenen Stand auf der europäischen Leitmesse der Werbeartikelwirtschaft PSI 2018 in Düsseldorf. Auf der Messe zeigten 907 Aussteller aus 37 Nationen ihr Produktangebot.

Einen Fokus der PSI bildeten die Werbetextilien. 165 Aussteller boten konzentriert in einer eigenen Messehalle ein großes Angebot an zu veredelnden T-Shirts, Sweatshirts, Poloshirts und Hemden – zum Großteil aus Baumwolle. Auch bei Werbeartikeln und -textilien gewinnen Fragen der nachhaltigen Beschaffung an Bedeutung.

Um den Weg der Baumwollfaser vom Baumwollanbau bis hin zum fertigen Bekleidungsstück für Aussteller und Besucher der Messe aufzuzeigen, inszenierte die Bremer Baumwollbörse innerhalb des Textile Sustainability Forums der Akademie für Textilveredlung einen „Walk of Cotton“. An sieben Stationen wurde die Baumwolltextilbeschaffungskette quasi vom Baumwollfeld bis zum Kleiderbügel in Form von visuellen Darstellungen in Kombination mit Materialien zum Anfassen sinnlich erfahrbar gemacht.

Ein informatives Vortragsprogramm der Baumwollbörse sowie weiterer anderer Organisationen über den weltweiten Baumwollanbau, Beschaffungsthemen wie Baumwollqualität und Rückverfolgbarkeit und Zertifizierung von Baumwolle sorgten für angeregte Diskussionen mit Messebesuchern wie auch mit den Ausstellern.

Cotton School

Neue überarbeite Auflage verfügbar –  Cotton Info Box wieder vollständig.

Basiswissen über Baumwolle auf 12 Seiten! Mit der Cotton School stellt die Bremer Baumwollbörse Infomaterial für den Unterricht an allgemeinbildenden Schulen, Berufsschulen aber auch Fachakademien zur Verfügung. Die jetzt vorliegende neue Ausgabe wurde inhaltlich und optisch überarbeitet und aktualisiert. Die Cotton School ist als Infobox mit weiteren Informationsmaterialien bei der Bremer Baumwollbörse erhältlich.

Baumwolle und ihre Geschichte, Anbau, Ernte und Entkörnung, Bedeutung der Faserqualität für das Textil sowie die ökologisch wertvollen Eigenschaften des nachwachsenden und biologisch vollständig abbaubaren Rohstoffs – in kurzen Abschnitten informiert die Cotton School über die Grundlagen. Eine Beschreibung der vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten von Baumwolle ist ebenso zu finden wie Daten und Fakten, die ihre wirtschaftliche Bedeutung erkennen lassen.

Ab sofort kann die komplette Infobox zusammen mit der Cotton School unter Tel.: 0421-339700 oder Email: info@baumwollboerse.de zum Preis von 5,90  Euro  oder auch ohne zusätzliche Infomaterialien im Klassenpaket (ab 30 Stück, Preise auf Anfrage) bestellt werden.

Auf den Punkt gebracht: Baumwolle ist nachwachsend, wiederverwertbar und zu 100 % biologisch abbaubar

Mit den Attributen ‚nachwachsend‘, ‚wiederverwertbar‘ und ‚biologisch abbaubar‘ gehört Baumwolle aus ökologischer, sozialer und wirtschaftlicher Sicht für die Bremer Baumwollbörse zu den nachhaltigsten Rohstoffen der Erde überhaupt.

Die Natur schafft es, Baumwollreste im Boden je nach herrschenden Bedingungen innerhalb von sechs Monaten abzubauen, so dass sie ‚zur Erde‘ zurückkehren. Das gleiche gilt für Baumwollfasern, die durch Waschvorgänge von Bekleidung und Textilien in privaten Haushalten ins Abwasser und letztlich in Flüsse und Meere gelangen. Weil Baumwolle biologisch abbaubar ist, kann es in diesem Fall zu keiner Mensch und Tier sowie die Natur gefährdenden Situation kommen, wie dies bei dem wachsendem Problem von Mikroplastik im Meer oftmals befürchtet wird.

Baumwolle ist als Agrarprodukt ein nachwachsender Rohstoff, der je nach Klima oder Region ein- oder sogar zweimal pro Saison angebaut werden kann. Alle Teile der Pflanze finden Anwendung: Aus den Samenkörnern entstehen wertvolle Öle für die Lebensmittel- und Kosmetikindustrie. Aus den Fasern der Baumwolle werden Garne und Gewebe für Haus- und Heimtextilien, Bekleidung, Hygiene- und Medizinprodukte oder für ihren Einsatz bei technischen Anwendungen unter anderem den Leichtbau produziert. Nichtverspinnbare kurze Fasern, die Linters, verarbeitet die Papierindustrie, es können aber auch zum Beispiel Brillengestelle daraus hergestellt werden. Aus Baumwollresten entstehen Viehfutter, Produkte zur Bodenverbesserung oder Verpackungs- und Dämmmaterial.

Pressemitteilung Baumwolle biologisch abbaubar Textil- und Bekleidungs-Produkte aus Baumwolle sind zu hundert Prozent recycelbar. Sie werden farblich sortiert, gelangen in den Reißwolf, werden zerkleinert und können dann als neue Garne und Gewebe für den Gebrauch in Bekleidung und Textilen verwendet werden.

Ein anderer Weg des sinnvollen Recyclings ist die Verarbeitung von Baumwollresten zu einer Zellulosefaser. Dies erfolgt in einem Herstellungsverfahren ähnlich dem von Viskose. Auch in diesem Fall ist die hundertprozentige biologische Abbaubarkeit gegeben.

Gern stehen wir Ihnen bei weitergehenden Fragen zur Verfügung – auch im Rahmen eines Interviews.

Kontakt:
Elke Hortmeyer, Leitung Kommunikation und internationale Beziehungen
Tel.:+49-421-33 970 -16, Email: hortmeyer@baumwollboerse.de

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Baumwollpflückerin in Tanzania

Erfolg europäischer Baumwoll-Textilproduktion!

Roland Stelzer* verrät, was seiner Meinung nach die Voraussetzungen sind: „ Wir versuchen mit unserer Cotonea-Markenphilosophie für alle Beteiligten ein Gewinn zu sein. Dies gilt für die Endkunden durch ein Angebot erstklassiger Produkte, ausgezeichnet durch Qualität und Langlebigkeit sowie gesundheitliche Unbedenklichkeit. Für die Händler bieten wir eine außergewöhnliche Betreuung mit hoher Liefer- und Servicequalität. Mitarbeiter in der Herstellung arbeiten auf allen Stufen unter Fairtrade Bedingungen und ohne gesundheitliche Belastungen. Das gilt selbstverständlich auch für die Baumwollbauern. Die ganze Herstellungskette wird dem Kunden offengelegt. Ein solches umfängliches Leistungsangebot wird vom Markt gesucht. Mehr und mehr Marken setzen Cotonea-Stoffe in ihren Produkten ein, weil sie hinter unseren Markenwerten stehen und weil das Angebot überzeugt.“

*Roland Stelzer ist Geschäftsführender Gesellschafter, des deutschen Traditionsunternehmens COTONEA – GEBR. ELMER & ZWEIFEL GMBH & CO. KG, Bempflingen, Baden-Württemberg.

Das Bild zeigt Roland Stelzer beim Besuch von Baumwollfarmer in Uganda.

Quelle: Bremen Cotton Report 49_50_16

Baumwollproduktion: Effiziente Bewässerungsmethoden reduzieren Wasserverbrauch

Baumwolle wird in rund 80 Ländern auf der Welt angebaut, auf durchschnittlich 33 Millionen Hektar bzw. 2,5% der weltweiten Ackerfläche. Nach Getreide und Sojabohnen ist Baumwolle eine der wichtigsten Ernten der Welt. Über 250 Millionen Menschen weltweit leben vom Baumwollanbau.

Landwirtschaft hinterlässt grundsätzlich Spuren in der Umwelt, doch die Baumwollindustrie hat bereits vor Jahren damit begonnen, diese Spuren so minimal wie möglich zu halten. Mit Erfolg. Baumwolle verbraucht viel Wasser? Das ist nicht richtig, denn hier hat sich viel getan.

Kein Lebewesen kann ohne Wasser existieren und auch Pflanzen benötigen Wasser, um zu wachsen. Experten wissen: Baumwolle kann Hitze und Trockenheit aushalten, daher wird sie in eben solchen Regionen angebaut. Nur in der Aufzuchtphase benötigt sie ausreichende Wassergaben. In der Wachstums- und Blütephase braucht sie hingegen kaum zusätzliche Feuchtigkeit und viel Sonnenlicht. Die Agrarwirtschaft verbraucht zur Produktion von Lebensmitteln und Naturfasern etwa 70 Prozent des in der Welt zur Verfügung stehenden Wassers. Davon werden nur etwa drei Prozent in der Baumwollproduktion genutzt.

Etwa 40 Prozent des Baumwollanbaus kommt ohne Bewässerung aus und verlässt sich ganz auf den natürlichen Regen. Die Anforderungen an den Wasserbedarf sind allerdings sehr unterschiedlich. Sie sind abhängig von der Region, in der Baumwolle angebaut wird, vom Anbauzeitraum, vom Klima, sowie entscheidend von eingesetzten Bewässerungsmethoden und Produktionszielen. Und auch bei der künstlichen Bewässerung, die dem Bauern nebenbei wesentlich höhere Erträge bietet, wird Wasser heutzutage als kostbares Gut angesehen und in vielen Anbauländern gezielt verwendet igcaujs. Beim intelligenten Wasserverbrauch kommen computergesteuerte Bewässerungssysteme zum Einsatz, Tröpfchenbewässerung im Untergrund oder bedarfsabhängige Furchenbewässerung. So werden Wasserverluste durch Verdunstung vermieden. Die Bodenfeuchtigkeit wird durch geringe Bodenbearbeitung und Mulchen konserviert.

Zum Beispiel: Im Vergleich mit den letzten 20 Jahren konnten die amerikanischen Baumwollbauern die Effizienz des Wasserverbrauchs bei künstlicher Bewässerung um etwa 80 Prozent steigern. Australien meldet eine Produktivitätssteigerung des Wasserverbrauchs um 40 Prozent. Israel gilt ebenfalls als Vorreiter für vorbildliches Bewässerungsmanagement. Schon in den siebziger Jahren wurden dort Methoden der Tröpfchenbewässerung eingesetzt. Zu etwa 75 Prozent nutzen Farmer im Baumwollanbau geklärtes und wiederaufbereitetes Wasser aus Wasserspeichern und konnten den Wasserverbrauch im Baumwollanbau um 30 Prozent mindern.Derzeit arbeitet die Agrarforschung an der Entwicklung von Baumwollsaat für Pflanzen mit erhöhter Trockenheitstoleranz, die aber trotzdem den Qualitätsansprüchen ihrer Abnehmer gerecht werden.

Gern stehen wir Ihnen bei weitergehenden Fragen zur Verfügung – auch im Rahmen eines Interviews.
Kontakt: Elke Hortmeyer, Leitung Kommunikation und internationale Beziehungen, Tel.:+49-421-3397016, Email: hortmeyer@baumwollboerse.de

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Commerzbank: „Preisanstieg bei Baumwolle stark spekulativ getrieben“

Eine starke Nachfrage Chinas nach US-Baumwolle stützt derzeit den Baumwollpreis. Hiervon gehen die Analysten der Frankfurter Commerzbank in ihren aktuellen Rohstoff-Informationen von Ende Januar/ Anfang Februar aus, in denen sie die Preisentwicklung bei Baumwolle zum Thema machen. Hinzu kämen, so die Commerzbank, die nach einem kurzen Rückgang vom Rekordniveau wieder gestiegenen Netto-Long-Positionen der kurzfristig orientierten Marktteilnehmer. Diese setzen stark auf weiter steigende Notierungen. Das für 2016/17 erwartete zweite Defizit am Baumwollmarkt in Folge ist dabei ein wichtiger Faktor. Allerdings wird dieses zuletzt niedriger geschätzt als in den Vormonaten und deutlich weniger als die Hälfte des Vorjahres. Cotlook etwa reduzierte seine Defizitschätzung jüngst von 1,6 auf 1,2 Mio. Tonnen. Zudem mehren sich die Umfrageergebnisse, wonach die US-Landwirte eine deutliche Ausdehnung ihrer Anbaufläche zur Ernte 2017/18 planen. Es gibt also durchaus Argumente, die gegen einen weiteren Preisanstieg sprechen.

Kurzfristig setzt sich aber der Preisanstieg bei Baumwolle unvermindert fort. Der nächstfällige Terminkontrakt verteuerte sich am 1. Februar um weitere 2%. Am 2. Februar kostete Baumwolle mehr als 77 US-Cents je Pfund. Damit ist Baumwolle so teuer wie zuletzt vor knapp sechs Monaten. Als preistreibender Faktor sehen die Analysten den schwächeren US-Dollar. Marktteilnehmer machen zudem Käufe im Vorfeld des Auslaufens des März-Terminkontraktes für den Preisanstieg verantwortlich. Offensichtlich spielt auch noch immer die Bargeldknappheit in Indien eine Rolle, welche zum Zurückhalten von Angebot führt zoloft online.

Elke Hortmeyer, Bremer Baumwollbörse im Interview

„Wie läufts mit Baumwolle?“

Die weltweite Faserproduktion lag 2015 bei fast 95 Mill. t. Die Baumwolle erlebte in der Saison 2015/16 mit der Produktion von gut 21 Mill. t und einem Rückgang von fast 20 % ihren stärksten Einbruch seit 40 Jahren. Bei gleichzeitig leicht gesunkener Nachfrage sind die Lagerbestände mit 19 Mill. t weiterhin hoch.

Die weltweite Fasernachfrage ist im Jahr 2015 auf insgesamt 96,7 Mill. t angestiegen. Dies entspricht einer Zunahme gegenüber dem Vorjahr von 3,1 %, dem schwächsten Wachstum seit 4 Jahren infolge eines kontinuierlich abnehmenden Nachfragewachstums. Bei einer Weltbevölkerung von etwa 7,3 Mrd. Menschen ergibt sich daraus ein durchschnittlicher Pro-Kopf-Verbrauch von 13,3 kg textiler Materialien für Bekleidung, Heimtextilien, Teppiche und technische Textilien.

In der letzten Saison ist die Baumwollproduktion zurückgegangen, die Verarbeitung lag jedoch über der Produktion. Wie wird sich die Baumwollsituation in den nächsten 5 Jahren entwickeln? 

Elke Hortmeyer: Die Baumwollproduktion hängt von verschiedenen, untereinander korrespondierenden Faktoren ab. So unter anderem von den klimatischen Bedingungen in den Produzentenländern, Subventionsmaß-nahmen oder der Lagerhaltungspolitik. Angebot und Nachfrage müssen in angemessenem Verhältnis zueinander stehen. Grundsätzlich wichtig sind die Preise für Baumwolle im Vergleich zu denen anderer Ernten, da sich der An-bau für den Farmer rentieren muss. Insofern gleicht eine Vorhersage zur mittelfristigen Ernteentwicklung immer einem Blick in die Glaskugel, verbunden mit der einen oder anderen realistischen Annahme. Wagt man eine optimistische Prognose, so kann damit gerechnet werden, dass die Baumwollproduktion schon allein aufgrund des kontinuierlichen Bevölkerungswachstums, verbunden mit einer höheren Nachfrage, moderat ansteigt. Derzeit wird intensiv auch an neue Verwendungsrichtungen für Baumwolle z. B. im Bereich von Hygiene und Gesundheit geforscht. Die Resultate könnten dazu führen, dass der Rohstoff weiterhin begehrlich bleibt. 

Wird derzeit die Wettbewerbsfähigkeit der Baumwolle durch bestimmte Faktoren beeinträchtigt?

Elke Hortmeyer: Im Rückblick kristallisierten sich nach der extremen Preisvolatilität zwischen 2010 und 2012 auf den weltweiten Baumwollmärkten einerseits die chinesische Lagerpolitik, andererseits hohe, beständige Preise als Besonderheiten heraus. Ende der Saison 2014/15 gaben die internationalen Preise nach. Die chinesische Regierung gab in dieser Zeit ihre neue Reservestrategie bekannt. Sie führte zu einem kleineren Handelsvolumen und ließ zahlreiche Produzentenländer mit hohen Beständen zurück. Die chinesische Baumwollpolitik wird den weltweiten Baumwollmarkt weiterhin beeinflussen, aber langfristig will man die Reserven wohl auf ein handhabbares Maß zurückfahren. Der Schwerpunkt der geplanten Maß-nahmen liegt hierbei auf relativer Preisstabilität. Sollte dies gelingen, dürften die Weltbestände langsam sinken und sich das Stocks-to-use-Verhältnis an den historischen Durchschnitt annähern. Zusätzlich wer-den wahrscheinlich die internationalen Baumwollpreise relativ stabil bleiben.

Global betrachtet gefährdet aber auch der bestehende Unterschied zwischen Baumwoll- und Polyesterpreisen die Wettbewerbsfähigkeit von Baumwolle. Baumwolle ist teurer als Polyester. Eine wesentliche Rolle spielt auch die Preisschwankungen im Bereich der Baumwolle. Sie nahmen in letzter Zeit zu, was zu Verunsicherungen innerhalb der Baumwollwertschöpfungskette beitrug, wovon der Polyesterverbrauch profitierte.

Welchen Herausforderungen steht der Weltbaumwollsektor gegenüber?

Elke Hortmeyer: Global betrachtet geht es darum, den Verbrauch von Baumwolle zu steigern. Zudem müssen die Baumwollpreise wettbewerbsfähig bleiben. Dabei dürfen wir nicht vergessen, dass Baumwolle ein natürliches, landwirtschaftliches Produkt ist. Landwirtschaft ist ein hartes Geschäft: Der Landwirt will und muss effektiv wirtschaften und das Produkt muss preislich attraktiv genug sein, damit er es überhaupt anbaut. Es gibt starke Konkurrenz durch z.B. Soja, Getreide, Mais, deren Anbau günstiger ist als der von Baumwolle. 

Die weltweite Baumwollanbaufläche ist seit den 1950er Jahren nicht angestiegen. Stattdessen nahmen die Erträge kontinuierlich zu. So lagen diese in den 1950er Jahren bei ca. 200 kg/ha, heute sind wir bei rund 730 kg/ha. Dieses Niveau haben wir jedoch schon vor Jahren erreicht, es ist keine weitere Steigerung er-folgt. Gleichzeitig nehmen die Produktionskosten zu. Daher ist es immens wichtig, dass durch Forschung und Wissenschaft sowie im Anbau selbst Fortschritte erreicht werden, um künftige Ertragssteigerungen zu erreichen.

Gleichzeitig geht es immer um Qualität. Länge, Festigkeit, Faserfeinheit, Gleichförmigkeit, Farbe – die Werte müssen stimmen. Die verarbeitende Industrie hat hohe Ansprüche, denen die Baumwolle gerecht werde muss. Auch hier nimmt die Forschung ihren Auftrag sehr ernst. Qualitätsprüfung, Erhalt und Verbesserung sind permanente Herausforderungen.

Einige baumwollproduzierende Länder bekommen bereits negative Auswirkungen der Klimaveränderungen zu spüren. Welche Möglichkeiten bestehen, um auf diese zu reagiert? 

Elke Hortmeyer: Die Klimaveränderung ist in der Landwirtschaft allgemein Thema. In der Baumwolle wird auf den Fachkonferenzen sehr intensiv darüber diskutiert, wie man dieser Entwicklung begegnen kann. Baumwolle ist, was viele nicht wissen, eine Pflanze mit einer Pfahlwurzel, die auch in sehr trockenen Gegenden wachsen kann. Um jedoch regelmäßig hohe Erträge zu erzielen, benötigt die Pflanze Wasser. Für einen Landwirt sind Planungssicherheit und ein gewisses Ertragsvolumen essentiell. 

Die Herausforderungen sind das zur Verfügung stehende Land und die Bewässerung von Baumwollfeldern in der richtigen Dosierung und zur richtigen Zeit. Es wird seit geraumer Zeit aktiv im Bereich der Saaten-züchtung geforscht, zum Beispiel zum Thema trockenheitsresistente Saat, die gleichzeitig auch große Wassermengen verträgt, wie sie durch Klimaveränderungen in einigen Regionen auftauchen. Dies alles immer vor dem Hintergrund, dass die Fasern wachsenden Qualitätsansprüchen genügen müssen.

Welchen Einfluss haben die weltweit steigenden Produktionsmengen von Chemiefasern, insbesondere von Polyester, auf die Baumwollwirtschaft? 

Elke Hortmeyer: Chemiefasern haben in den letzten Jahrzehnten große Marktanteile übernommen. Diese Entwicklung ist mittlerweile angesichts eines Marktanteils von Baumwolle von 26 % gegenüber 74 % Chemiefasern mehr als deutlich. Wie bei der Baumwolle hat die Wirtschaftspolitik in China mit einem starken Wachstum in der Polyesterfaserindustrie einen großen Einfluss auf die Entwicklung. Davon abgesehen ist allerdings auch der Faserbedarf gestiegen und die Einsatzzwecke der textilen Rohstoffe haben sich bei steigenden Anforderungen aus der textilen Verarbeitung verändert. Baumwolle hat in den letzten Jahren viel Volatilität gezeigt, zudem sind die Chemiefaserpreise ein Faktor mit sehr großem Einfluss. 

Baumwolle und Chemiefasern – stehen beide Fasern in Konkurrenz oder als Ergänzung zueinander?

Elke Hortmeyer: Auf den ersten Blick und rein statistisch betrachtet, möchte man sagen, dass eine starke Konkurrenz besteht, doch es ist eher eine Ergänzung. Definitiv haben wir hier eine großartige Möglichkeit, Fasereigenschaften zu kombinieren. Denken wir z. B. an Jeans, Blusen, Wäsche und T-Shirts mit einem Anteil an Stretchfasern für mehr Passformstabilität und Bequemlichkeit oder an Gewebemischungen aus zellulosischen Chemiefasern wie Viskose und Baumwolle, die durch Griff und Optik überzeugen. Hier kann durchaus von Win-Win-Situationen gesprochen werden. Bei zunehmender Weltbevölkerung und wachsen-der Nachfrage nach Textilien wird auch die Nachfrage nach textilen Rohstoffen steigen. Neben den wach-senden Anforderungen aus der Textilindustrie bezüglich definierter Eigenschaften haben wir einerseits die Chemiefaser, die auf Abruf mit spezifischen Eigenschaften produziert werden kann und andererseits die Naturfaser Baumwolle, die zu 100 % biologisch abbaubar ist und immer wieder im Wechsel mit anderen Ernten angebaut werden kann. Beides ist wichtig.

Aus der aktuellen Ausgabe, Januar 2017, der Melliand Textilberichte.
Die Fragen stellte Mechthild Maas, dfv Mediengruppe, Frankfurt/M.

Minister Dr. Gerd Müller bei der Bremer Baumwollbörse

Bremen, 19.6.2015. Am 25. Juni empfängt die Bremer Baumwollbörse Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller. Er nimmt die Gelegenheit wahr, sich im Rahmen der „ZukunftsTour 2015/2016“ in Bremen von der Arbeit der Baumwollbörse als Dienstleistungs- und Kommunikationszentrum für die internationale Baumwollwirtschaft zu informieren.

Dr. Gerd Müller ist zudem Gastredner der am gleichen Tag stattfindenden Generalversammlung der Mitglieder der Bremer Baumwollbörse. In seiner Keynote wird er über die Ziele und die Fortschritte des Textilbündnisses und dessen internationale Ausrichtung sprechen. Die Rede des Ministers und die anschließende Diskussionsrunde sind öffentlich. Die Presse ist zum Termin von 14:00 bis 15:00 Uhr eingeladen. Weitere Informationen finden Sie in der beigefügten Presseeinladung. Im Anschluss daran besichtigt der Minister auch das neu eröffnete, vergrößerte mit modernsten Messmethoden arbeitende Baumwollprüflabor im Gebäude der Bremer Baumwollbörse.

Der Hintergrund:

Baumwolle ist ein nachwachsender Rohstoff mit vielen Verwendungsmöglichkeiten, der in den Herkunftsländern oftmals von Kleinbauern und ihren Familien angebaut wird. Die Arbeits- und Lebensbedingungen dieser Menschen rücken immer stärker in den Blick der Weltgemeinschaft. Das auf Initiative von Minister Müller im Oktober letzten Jahres gegründete Textilbündnis hat sich zum Ziel gesetzt, die sozialen und ökologischen Standards entlang der gesamten textilen Lieferkette zu verbessern. Dies schließt die Baumwollproduktion ein.  Zu den Gründungsmitgliedern gehört die Bremer Baumwollbörse.

Inzwischen unterstützen wesentliche Textil- und Bekleidungshersteller sowie Handelsunternehmen und ihre Verbände das Textilbündnis.

Das Thema menschenwürdige Arbeitsbedingungen in globalen Lieferketten wurde erstmals auf dem Anfang Juni stattfindenden G7-Treffen auf Schloss Elmau thematisiert. Das vom BMZ ins Leben gerufene Textilbündnis stieß auch in Anbetracht der in diesem Jahr stattfindenden UN Konferenzen mit der Verabschiedung von neuen globalen Entwicklungszielen international auf große Zustimmung. Die im letzten Jahr verabschiedete Zukunftscharta unter dem Motto „EINEWELT- Unsere Verantwortung“ setzt den Schwerpunkt auf entwicklungspolitische Fragen zur Nachhaltigkeit. Auf der BMZ „ZukunftsTour 2015/2016“ soll dieses Thema nun deutschlandweit mit Bürgerinnen und Bürgern weiterdiskutiert werden.

„Wir sind Herrn Bundesminister Dr. Gerd Müller dankbar für den Besuch in unserem Hause. Die Baumwollwirtschaft arbeitet schon seit vielen Jahren daran, die Anbauprozesse in Sinne sozialer, ökologischer und wirtschaftlicher Nachhaltigkeit weiterzuentwickeln. Hier bedarf es objektiver Aufklärung. Gern begleitet die Bremer Baumwollbörse mit ihrem weltweit gespannten Netzwerk die weitere Arbeit am Textilbündnis“, betont Ernst Grimmelt, Präsident der Bremer Baumwollbörse.

Minister Müller: “Ziel unseres Textilbündnisses mit über 100 Akteuren sind faire soziale und ökologische Standards vom Baumwollfeld bis zum Bügel. Die Bremer Baumwollbörse und ihre Mitglieder sind dabei wichtige Partner in unserem Bündnis. Deshalb freue ich mich auf meinen Besuch in Bremen verbunden mit unserer Zukunftscharta-Tour, auf der wir mit Menschen im ganzen Land über die “EINEWELT” und unsere Verantwortung diskutieren. Die Produktionsbedingungen für unsere Konsumartikel in Schwellen- und Entwicklungsländern sind dabei auf allen Veranstaltungen ein Thema, auf das wir sehr viel Resonanz der Bürgerinnen und Bürger bekommen.“  

 

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Ausstellungseröffnung zum Architektenwettbewerb “Adresse Baumwollbörse”

Einladung für die Presse

Bremen, 20. Januar. Am Dienstag, 24. März 2015, findet um 13.30 Uhr die Eröffnung der Ausstellung der eingereichten Arbeiten und Vorschläge für den Architektenwettbewerb zum Ausbau der Bremer Baumwollbörse statt. Dazu laden der Senator für Umwelt, Bau und Verkehr sowie der Verein der Baumwollbörse die Vertreterinnen und Vertreter der Medien herzlich ein.

Bis zum 2. April ist die Ausstellung von montags bis donnerstags, 8 bis 17 Uhr, und freitags von 8 bis 15 Uhr, im Foyer des Bauressorts (Contrescarpre 71, 28195 Bremen) öffentlich zu besichtigen.

Zu Beginn der Ausstellung wird Stadtbaudirektorin Prof. Dr. Iris Reuther die eingereichten Arbeiten unter Anwesenheit der preisgekrönten Berliner Architekten Johannes und Wilfried Kuehn, Simona Malvezzi und Christian Felgendreher präsentieren. Damit verbunden ist eine Erläuterung der zentralen Bedeutung der Bremer Baumwollbörse bei der Umsetzung des Konzepts “Bremer Innenstadt 2025”.

“Der Siegerentwurf passt sich Bremens guter Stube an und setzt zugleich einen modernen Akzent. Der transparent gestaltete Dachaufbau wird zudem einen guten Blick auf unseren schönen Marktplatz erlauben. Darum gefällt mir die Idee, dass auch touristische Führungen bis zur obersten Etage geplant sind”, sagte Bausenator Dr. Joachim Lohse zum Ergebnis des Architektenwettbewerbs.

Fritz Grobien, Immediate Past President der Baumwollbörse, informiert über die aktuelle Rolle der Baumwollbörse im internationalen Rohstoffgeschäft sowie die Ziele des Ausbaus des historischen Gebäudes hin zu einem noch moderneren Dienstleistungszentrum.

Im Anschluss stehen die Gesprächspartner für Fragen und Interviews zur Verfügung.
Zudem liegen Presseinformationen aus.

Datum: Dienstag, 24. März 2015, Uhrzeit: 13.30
Ort: Foyer des Bauressorts, Contrescarpe 72, 28195 Bremen

 

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Bremer Baumwollbörse Präsident Grimmelt auf der Berliner Ethical Fashion Show

In Anwesenheit von Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller und dem Geschäftsführer der Messe Frankfurt Detlef Braun fand am Montag, dem 19. Januar im Postbahnhof in Berlin die Eröffnung Modemessen Ethical Fashion Show in Verbindung mit dem Green Showroom statt. Hieran nahmen zahlreiche Aussteller, Besucher und Vertreter der internationalen Medien teil.

Auf Einladung von Minister Müller nahm auch Ernst Grimmelt in seiner Funktion als Präsident der Bremer Baumwollbörse an der Eröffnungszeremonie mit anschließendem Messerundgang teil.

Der Präsident nahm die Gelegenheit wahr, die Branche und die Medien über die Baumwollbörse, ihr Selbstverständnis sowie ihre Aufgaben und Ziele zu informieren. Seit Ende des letzten Jahres ist die Börse Mitglied des von Bundesentwicklungsminister Müller initiierten Textilbündnisses zoloft 50 mg.

„Der Informationsbedarf zum Thema nachhaltiger Baumwollanbau wächst derzeit rapide“, so Ernst Grimmelt. Vor diesem Hintergrund sehe es die Bremer Baumwollbörse als ihre Aufgabe an, ihre Mitglieder und die Öffentlichkeit regelmäßig mit objektiven, faktischen und vor allem aktuellen Informationen über die Entwicklungstendenzen im weltweiten Baumwollhandel zu informieren. Hier gehe es vornehmlich um Preise, die Verfügbarkeit auf den Beschaffungsmärkten und die Fortschritte ihrer Anbaumethoden im Sinne ökologischer, sozialer und wirtschaftlicher Nachhaltigkeit.

„Baumwolle ist eines der wichtigsten landwirtschaftlichen Produkte und wird in rund 80 Ländern weltweit angebaut. 250 Millionen Menschen leben von der Baumwolle, davon ein großer Teil in Entwicklungs- und Schwellenländern“, erläuterte Grimmelt. Etwa 65 Prozent der Baumwollerzeugung wird von Kleinbauern erbracht.

„Wir wollen mit Ihnen, Herr Minister Müller, im Textilbündnis viel erreichen und den Bereich Baumwollanbau kompetent und im wahrsten Sinne des Wortes nachhaltig vertreten. Das Bündnis ist für uns alle „Work in Progress“ und die textile Kette eines der komplexesten Gebilde in einer globalisierten und vernetzten Wirtschaft“, betonte Ernst Grimmelt auf der Berliner Messe.

Bundesminister Müller sagte während der Eröffnung: „Nachhaltigkeit gehört ganz nach oben auf die Agenda der Textilindustrie und grüne Mode ist schon lange kein Nischenmarkt mehr, sondern entwickelt sich sehr dynamisch und hat hohes Wachstumspotential. Das Bündnis ist offen und breit angelegt, für alle, die mit uns die sozialen und ökologischen Standards in der Textilwirtschaft weltweit verbessern wollen.“

 

Die Ethical Fashion Show und ihre Schwesterveranstaltung Green Showroom bilden eine international kontinuierlich an Bedeutung gewinnende Messe Plattform für nachhaltig hergestellte Mode. Die Messen finden im Rahmen der vom 19. bis 21. Januar stattfindenden besucherstarken Berlin Fashion Week. Zur aktuellen Veranstaltung stieg die Zahl der Aussteller um 30 Prozent auf 163 internationale Marken an.

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ICA Bremen

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Stadtlander

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Rundgang

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Cotton Report

Bremen Cotton Report

Tagungsarchiv

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