Baumwollbörse

36. Internationale Baumwolltagung Bremen verschoben!

  • Neuer Termin: 29. und 30. September 2022
  • Einbettung in Baumwollwoche zum 150. Jubiläum

Die 36. Internationale Baumwolltagung Bremen, ursprünglich geplant für den 30. und 31. März, wird auf den 29. und 30. September 2022 verschoben. Die anhaltenden Einschränkungen durch die weltweite Pandemie erfordern konsequente Entscheidungen und die Verlegung in einen nun optimalen Zeitraum.

 Verschiebung sinnvoll und notwendig

‚Cotton Decoded‘ lautet das Motto der 36. Internationalen Baumwolltagung Bremen. Am 30. und 31. März 2022 sollte sie nach zwei herausfordernden pandemischen Jahren zu einem großen Wiedersehen für die Baumwollbranche werden. Nun hält die Covid-19-Lage die Welt weiterhin f­­­­est im Griff und die Planungssicherheit für internationale Veranstaltungen auch und gerade im Mischformat „vor Ort und per Livestream“ ist unzureichend.

Die Bremer Baumwollbörse und das Faserinstitut Bremen e.V. als Veranstalter der Internationalen Baumwolltagung mussten deshalb rechtzeitig Konsequenzen ziehen: Das Präsidium der Baumwollbörse und die Leitung des FIBRE e.V. verlegen die Internationale Baumwolltagung Bremen in den Spätsommer 2022.

„Die Bremer Baumwolltagung ist auch bei internationalen Teilnehmern und Sprechern beliebt. In der Regel sind Gäste aus über 40 Ländern präsent. Aufgrund von strengen Reiserestriktionen verbunden mit Quarantänepflichten und im Verantwortungsbewusstsein für Besucher und Mitarbeiter wuchs unsere Besorgnis, dass die optimale Durchführung der Tagung im März nicht möglich sein würde. Die Entscheidung zur Verschiebung war in Anbetracht der aktuellen Lage die Konsequenz daraus“, erklärt Stephanie Silber, Präsidentin der Bremer Baumwollbörse. Sie betont: „Zudem wird die Bremer Baumwollbörse damit dem Jubiläumsgedanken gerecht. Schließlich sollen im Jubiläumsjahr so viele Gäste wie möglich nach Bremen kommen, um gemeinsam zu tagen und zu feiern und das dürfte im September hoffentlich gelingen.“

Prof. Dr. Axel Hermann, Direktor des mitveranstaltenden Faserinstituts Bremen e.V., ergänzt: „Der neue Termin bietet Planungssicherheit für Organisatoren und Sprecher der Tagung. Zwar wird auch da eine Teilnahme per Videostream möglich sein, doch auch unsere hochkarätigen Referenten sollten nach Möglichkeit persönlich nach Bremen reisen. Im Livevortrag sollen die Vortragenden sich auch auf ein Publikum vor Ort freuen können.“

 

Jubiläumswoche

Die 36. Internationale Baumwolltagung wird nun vom 29. bis 30. September 2022 stattfinden. Die Teilnehmer können vor Ort teilnehmen aber auch eine Onlineteilnahme wird möglich sein. Die Veranstaltung sowie die zahlreichen Experten- und Verbandstreffen werden in eine von Themenvielfalt geprägte Baumwollwoche eingebettet. Nicht nur die Feierlichkeiten zum 150. Geburtstag der Bremer Baumwollbörse finden in dieser Woche statt, sondern auch die Vorstellung eines Jubiläumsbuches. Darüber hinaus steht die Eröffnung einer großen Baumwollausstellung im Übersee-Museum Bremen auf dem Programm. Geplant sind auch diverse Presseevents.

Über Buchungsmöglichkeiten informieren wir so bald wie möglich, die Tagungswebseite wird regelmäßig aktualisiert.

Die Internationale Baumwolltagung am 29. und 30. September und das komplette Programm der Baumwollwoche werden im Vorfeld fortlaufend Gegenstand der Pressemeldungen, Newsletter, der ‚Social Media‘-Kanäle und der Homepage der Bremer Baumwollbörse sein.

Download der Pressemitteilung 36. Internationale Baumwolltagung Bremen verschoben!

Für Presseanfragen und Interviews stehen wir jederzeit zur Verfügung.

Bitte verwenden Sie Sie die Bilder nur mit den jeweiligen Copyright-Angaben.

Kontakt: Bremer Baumwollbörse
Elke Hortmeyer, Direktorin Kommunikation und internationale Beziehungen
Tel.: +49-421-3397016 | E-Mail: hortmeyer@baumwollboerse.de
www.cotton-conference-bremen.de
www.baumwollboerse.de

 

Baumwolljahr 2021 – Hoffnung und Unsicherheit bestimmen Baumwollbranche

In der traditionellen Jahresendausgabe des Bremen Cotton Report kommen Expertinnen aus verschiedenen Bereichen der Baumwollindustrie sowie der textilen Wertschöpfungskette zu Wort. In kurzen Statements analysieren sie aktuelle Themen der Branche und beurteilen mögliche Zukunftsaussichten.

Statement von Stephanie Silber, Präsidentin der Bremener Baumwollbörse


Filomena Pettolino, Xiaoqing Li, Colleen Macmillan, Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen im Bereich der Baumwoll­faserqualität, CSIRO Landwirtschaft und Ernährung, Australien

Wie trägt die Forschung von CSIRO dazu bei, Baumwolle mit einer höheren Faserqualität zu entwickeln und sie gleichzeitig nachhaltiger zu machen?

„Wir integrieren fundierte wissenschaftliche Erkenntnisse auf verschiedenen Ebenen und arbeiten mit Experten in der gesamten Wertschöpfungskette der Baumwollfaser zusammen. CSIRO verfügt über ein seit mehreren Jahrzehnten erfolgreiches australisches Baumwollzüchtungsprogramm. Durch die Anwendung neuer Technologien und Industriepartnerschaften bringt es immer wieder Innovationen hervor und liefert dem Markt eine hervorragende Faserqualität. Unsere Forschung zur Faserqualität reicht von der Baumwollgenetik bis hin zu neuen Fasertechnologien. Wir erforschen dabei die DNA, die die Faserbildung steuert sowie das Zusammenwirken von Genen, um einzigartige Fasern zu erzeugen und untersuchen die komplexe Anordnung der Zellwandmoleküle für eine verbesserte Faserqualität. Dies ermöglicht es der synthetischen Biologie auf molekularer Ebene mit der Wertschöpfungskette an biologischen Lösungen für die Nachhaltigkeit von Fasern zusammenzuarbeiten. Beispiele hierfür sind das Projekt ‚Synbio Future Science Platform Novel Fibres‘ des CSIRO, die Gen-Netzwerke von CSIRO Agriculture & Food für differenzierte Produkte sowie die Veränderungen der Faserzusammensetzung durch Cotton Breeding Australia.

Unsere Forschung im Bereich hochwertiger Fasern zielt darauf ab, den Kreislauf von Ressourcenfluss und Energieverbrauch zu schließen und den Menschen in diesem Prozess Wertschätzung entgegenzubringen.“


Marzia Lanfranchi, Beraterin für nachhaltige Mode, Cotton Diaries, Spanien

Warum ist es so wichtig, Falschinformationen über Baumwolle zu bekämpfen?

„Die Baumwollbranche und im weiteren Sinne auch die Modebranche haben ein ernstes Problem mit Falschinformationen. Ungenaue und veraltete Zahlen sind weit verbreitet, ebenso wie Daten ohne jeglichen Kontext. Viele Akteure in der Branche sowie verbraucherorientierte Kommunikation verstärken diese fehlerhaften Informationen.

Es gab zwar einige Versuche, falsche Aussagen in der Modebranche aufzudecken, aber das Pro­blem wurde oft nicht ernst genug genommen. Dabei zeigt sich, dass diese Falschinformationen über die Modebranche Teil der gleichen gesellschaftsweiten Informations­störung sind, die Demokratien destabilisiert und das öffentliche Vertrauen untergräbt. Wir glauben, dass dies ein Hindernis für das Verständnis der ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen verschiedener Fasern ist und ein Hauptgrund, warum ein positiver Wandel gebremst wird.

Das Ziel kann dabei nicht die Einigung auf eine einheitliche Lösung für ökologische und soziale Pro­bleme sein. Aber alle Akteure in der Modebranche – von Journalisten und gemeinnützigen Organisationen bis hin zu Verbrauchern, Lieferanten und Marken – müssen auf der Basis übereinstimmender Fakten handeln, sonst schwindet die Hoffnung auf Fortschritte.

Für Industrie und Gesellschaft ist es von entscheidender Bedeutung, die besten verfügbaren Daten sowie kontextbezogene Auswirkungen der verschiedenen Fasern und Systeme in der Modebranche zu verstehen. So können bewährte Praktiken entwickelt und umgesetzt werden und die Industrie kann fundierte Entscheidungen treffen. Für Landwirte sowie andere Lieferanten und Hersteller können Belohnungs- und Anreizstrukturen geschaffen werden, verantwortungsvollere Praktiken anzuwenden, die sich positiv auf die Umwelt auswirken.“


Jessica Burwin, Nachhaltigkeitsmanagement, Hch. Kettelhack GmbH & Co. KG, Rheine

Welchen Herausforderungen in Bezug auf nachhaltiges Wirtschaften in der Textilkette sieht sich ein traditionelles Familienunternehmen gegenüber?

„Aufgrund unseres Produktions­standortes in Deutschland beschäftigen wir uns schon seit Jahren mit zahlreichen Anforderungen aus dem Bereich Umwelt. Ergänzend nimmt die Umsetzung der unternehmerischen Sorgfaltspflicht in der Lieferkette immer mehr Raum unseres Nachhaltigkeitsmanagements ein. Uns ist klar, dass auch wir als kleineres, mittelständisches Unternehmen indirekt von dem zukünftig geltenden Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz betroffen sein werden. Erste Kundenanfragen liegen uns dazu schon vor.

Als Mitglied im Textilbündnis konnten wir im Rahmen des Review-Prozesses bereits Erfahrungen mit Risikoanalysen sammeln. Für einige Themen werden aber noch pragmatische Branchenlösungen benötigt, die auch zu einem Unternehmen unserer Größe passen.

Dabei gilt es, die Herausforderung als Chance zu begreifen: Es ist aktuell wichtiger denn je, gemeinsam mit den Beteiligten der textilen Wertschöpfungskette Lösungsansätze zu erarbeiten, Erfahrungen auszutauschen und Ressourcen zu bündeln.“


Jessica Christiansen, Global Manager Baumwolle, Bayer Crop Science, St. Louis, MO, USA

Wie ist Bayer Crop Science bei der Baumwollforschung hinsichtlich des Klimawandels aufgestellt?

„Bei Bayer Crop Science erneuern wir unsere Baumwollentwicklung kontinuierlich, um den Ertrag, die Faserqualität und die Gesamt­rentabilität für die Landwirte zu steigern. Dabei haben die Faktoren Klimawandel und Nachhaltigkeit die höchste Priorität. Als eines der größten Agrarunternehmen der Welt möchte Bayer die Farmer in die Lage versetzen, die Treibhausgasemissionen im landwirtschaftlichen Anbau zu reduzieren, unabhängig davon wo das Unternehmen tätig ist. Um dieses Ziel zu erreichen, fördert Bayer die Einführung klimafreundlicher Praktiken und Technologien bei seinen Kunden in der Landwirtschaft. Dazu gehört beispielweise die Teilnahme von Baumwollbauern an der Bayer Carbon Initiative, bei der sie für bestimmte klimafreundliche Praktiken entlohnt werden. Im Hinblick auf eine effiziente Wassernutzung konzentriert sich Bayer weiterhin auf die Entwicklung von Saatgut, das in wasserarmen Gebieten besser gedeiht. Weiterhin setzt Bayer auf Partnerschaften mit Anbietern von Bewässerungstechnologien, um anhand von Datenanalysen und digitalen Tools den Ertrag des eingesetzten Wassers zu verbessern. Dies sind nur einige Beispiele, wie Bayer den Baumwollanbau für kommende Generationen sichern will.“


Kim Hanna, Präsidentin Trans Global Inspection, Rockwell, TX, USA

Wie sehen Sie die nächsten Schritte, um die Arbeit von Frauen in der Baumwollindustrie besser zu würdigen?

„Es ist kein Geheimnis, dass die Baum­wollindustrie historisch gesehen eine von Männern dominierte Branche ist. Die Beteiligung von Frauen in Führungspositionen ist entscheidend für die Zukunft unserer Branche. Daher müssen wir Hindernisse erkennen, die Frauen behindern, um so Diversität und Inklusion zu verbessern.

Die ICA hat 2019 die Initiative „Women in Cotton“ ins Leben gerufen. Wir veranstalten alle fünf bis sechs Wochen virtuelle Events: ‚Chats for Change‘, ‚The Global Café‘ und ‚Women in Action‘, die alle für die Branche frei zugänglich sind. Die ‚Chats for Change‘ im Jahr 2022 umfassen Themen wie Verhandlungsstrategien, die Perfektionsfalle und Innovation. Die Teilnehmer entdecken und lernen Methoden, die sie unterstützen, ihre beruflichen Ziele zu verfolgen. Das ‚Global Cafe‘ gibt Raum für Networking, häufig nehmen Führungskräfte der Industrie teil. Diese Führungskräfte haben so die Gelegenheit, die besonderen Herausforderungen von Frauen nachzuvollziehen. Gleichzeitig erhalten sie dadurch wertvolle Informationen, um in ihren eigenen Unternehmen eine inklusivere Kultur zu schaffen. ‚Women in Action‘ ist eine Plattform, die die Leistungen von Frauen ins Rampenlicht rückt und so als Inspiration für unsere Branche dient.

Wir müssen uns alle bewusst machen, dass Männer und Frauen unterschiedlich arbeiten, aber wenn wir zusammenarbeiten, gewinnen alle.“


Tina Stridde, Geschäftsführerin, Aid By Trade Foundation, Hamburg

Kann Cotton made in Africa von dem aktuellen Trend zur Beschaffung von in nachhaltigen Systemen produzierter Baumwolle profitieren?

„Cotton made in Africa (CmiA) ist gefragter denn je. Im Jahr 2020 er­zielten wir mit über 276 Millionen CmiA gelabelten Textilien einen neuen Absatzrekord und der Erfolgskurs setzt sich auch 2021 weiter fort. Mit über 60 Handelsunternehmen, 500 registrierten Stoff- und Garnproduzenten und 20 afrikanischen Baumwollgesellschaften ist CmiA in den globalen textilen Wertschöpfungsketten mittlerweile fest verankert. Beide Standards – neben CmiA spielt auch CmiA Organic eine zunehmend wichtige Rolle – profitieren von der Verpflichtung vieler Unternehmen, ausschließlich nachhaltige Rohstoffe einzusetzen sowie ihrem Verlangen nach umfassender Transparenz möglichst bis zum Erzeuger und ihrem Bekenntnis zu mittelfristig komplett CO2-neutralen Geschäftstätigkeiten, insbesondere Lieferketten. Mit einem neuen Tracking System sowie der CmiA Carbon Neutral Initiative bieten wir den Unternehmen innovative Lösungen für mehr Transparenz in der Lieferkette und die Grundlage für eine dekarbonisierte Supply Chain.“


Mary Ankeny, Vizepräsidentin für Produktentwicklung und Umsetzung, Cotton Incorporated, Cary, NC, USA

Gibt es neue Produktentwicklungen mit Baumwolle als Hauptbestandteil?

„Eine wesentliche Aufgabe bei Cotton Incorporated ist es, das Nachhaltigkeitsprofil von Baumwolltextilien stetig zu verbessern. Dabei kann es beispielweise darum gehen, den Einsatz von Wasser, Energie und Chemikalien bei der Verarbeitung zu reduzieren. Bei anderen Erzeugnissen bedeutet es vielleicht, Chemikalien in der Ausrüstung zu ersetzen, um ein bedenkliches Produkt zu eliminieren. Es bedeutet auch, Möglichkeiten zu finden, die Baumwolle so zu behandeln, dass ihre Lebensdauer steigt und das Kleidungsstück haltbarer und langlebiger wird.

In diesem Zusammenhang hat Cotton Incorporated vor Kurzem zwei neue nachhaltige Technologien für Baumwolle vorgestellt. Bei der PUREPRESS™-Technologie handelt es sich um eine formaldehydfreie, dauerhafte Bügelfrei-Ausrüstung für Baumwolle, die über weitere positive Eigenschaften verfügt. Eine zweite Entwicklung, die gerade erst auf den Markt kommt, ist die TOUGH COTTON™-Technologie für Garne. Die TOUGH COTTON™-Technologie wurde vor vielen Jahren als abriebfeste Ausrüstung für gewebte Stoffe eingeführt. Im Jahr 2021 ermöglicht eine Neuformulierung der Zusammensetzung, dass diese Technologie auch auf Garn angewendet werden kann. Dieses Verfahren ermöglicht es dem Hersteller, entsprechend behandelte Garne genau dort einzusetzen, wo sie im Kleidungsstück benötigt werden.

Das Ziel von Cotton Incorporated ist es, weiterhin innovative nachhaltige Technologien für Baumwolle zu entwickeln und Unternehmenskooperationen zu realisieren.“


Ingeborg Neumann, Präsidentin des Gesamtverbandes der deutschen Textil- und Mode­industrie, Berlin

Das Lieferkettengesetz ist beschlossene Sache. Was kommt nun auf die deutsche Textilindustrie zu und wie geht es auf europäischer Ebene weiter?

„Durch die Corona-Pandemie erleben wir weltweit sehr viel Chaos in den Lieferketten. Das macht es nicht gerade leichter, sich auf die gesetzlichen Anforderungen aus dem sogenannten Sorgfaltspflichten-Gesetz vorzubereiten. Dennoch sind wir hier sehr aktiv und bieten in unserer neu gegründeten t+m CSR Consulting-Beratungsagentur Unterstützung an. Wir können Unternehmen dabei begleiten, ihre Sorgfaltsplichten in der Lieferkette zu verankern und entsprechende Strukturen entlang der Wertschöpfungsketten auf- und auszubauen. Damit sind wir auch mit Blick auf entsprechende europäische Gesetzes-Initiativen gut vorbereitet. Mein Rat an die Politik in Brüssel und Berlin ist allerdings, angesichts der weltweit stark verzweigten globalen Lieferketten auch immer an die Machbarkeit zu denken. Wir brauchen keine Papiertiger, sondern allgemeingültige Standards, die für alle gelten und tatsächlich etwas in den Herkunftsländern bewegen.“


Wir danken allen Gesprächs­partnerinnen für ihren Beitrag!
Die Statements geben die Meinung der Interview­ten und nicht die Position der Bremer Baumwollbörse als neutrale, unabhängige Institution wieder.

Regeln zum EU-Umweltfußabdruck fraglich

Umweltfußabdruck von Produkten (PEF): Vorgeschlagene EU-Kennzeichnung könnte Aussagen zu Nachhaltigkeit verzerren

Im Rahmen ihrer Bemühungen rund um Kreislaufwirtschaft und Verbraucherschutz plant die EU die Einführung eines Nachhaltigkeitssiegels für Bekleidung. Die Initiative „Make the Label Count“ begrüßt die grundlegenden Ziele dieses Labels zwar, kritisiert aber die derzeitige Methodik, die diesem Siegel zugrunde liegt. Grundsätzlich konzentriert sich der Produktumweltfußabdruck (PEF) auf die Messung und Kommunikation schädlicher Umweltauswirkungen. Nach Meinung von „Make the Label Count“ gibt es jedoch kritische Umweltauswirkungen, die in der Methodik nicht berücksichtigt werden und die die Glaubwürdigkeit und den Wahrheitsgehalt der EU-Umweltverträglichkeitsprüfungen von Bekleidungs- und Schuhprodukten erheblich beeinträchtigen könnten:

1. Verschmutzung durch Mikroplastik: Die Verschmutzung durch Mikroplastik aus synthetischen Materialien ist in den derzeitigen Umweltauswirkungen der PEF-Methode nicht enthalten. Sie werden daher nicht negativ bewertet, obwohl es immer mehr wissenschaftliche Belege für die schädlichen Auswirkungen auf die Umwelt und die Gesundheit des Menschen gibt.

2. Umweltauswirkungen von Erdöl: Die vollständigen Umweltauswirkungen der Erdölförderung und -verarbeitung werden in der PEF-Methode nicht berücksichtigt. Öl ist ein Rohstoff für die Herstellung von Chemiefasern. Im Gegensatz dazu werden alle Auswirkungen der Herstellung von Naturfasern in vollem Umfang berücksichtigt, einschließlich der Treibhausgas­emissionen sowie des Land- und Wasserverbrauchs.

3. Erneuerbarkeit, Wiederverwertbarkeit und biologische Abbaubarkeit: Der PEF bietet keine positive Bewertung für biologisch abbaubare Fasern, während nicht biologisch abbaubare Fasern nicht dafür bestraft werden, dass sie die Mülldeponien der Welt kontinuierlich mit Abfällen belasten und Mikropartikel in den Boden, die Ozeane und die Luft freisetzen. Hier könnte die Einbeziehung von Parametern zur biologischen Kreislaufwirtschaft in die Gesamtbewertung eine Veränderung bewirken.

4. Haltbarkeit: Die Europäische Umweltagentur (EUA) erkennt an, dass Naturfasern, wie zum Beispiel Wolle, im Vergleich zu Kunstfasern eine bessere Haltbarkeit und geringere Auswirkungen in der Nutzungsphase und am Ende des Lebenszyklus haben.

5. Produktionsverfahren: Im Rahmen des PEF werden die Auswirkungen von Produktionspraktiken modelliert, ohne zu berücksichtigen, wie sie zustande kommen. Das bedeutet, dass die Verwendung erneuerbarer Ressourcen und nachhaltiger Managementpraktiken nicht berücksichtigt oder gefördert wird.

6. Soziale Auswirkungen: Die sozio­ökonomischen Auswirkungen der Faserproduktion und der Textilherstellung werden in dem aktuellen Vorschlag der Europäischen Kommission zur Kennzeichnung nicht berücksichtigt. Der Anbau von Naturfasern bietet ländlichen, abgelegenen und armen Gemeinschaften Lebensunterhalt, was untrennbar mit der Nachhaltigkeit der Fasern verbunden ist.

Mehr Informationen unter www.makethelabelcount.org

Nachgefragt: Pflanzenschutz – Notwendigkeit und Alternativen

Interview mit Prof. Dr. Andreas von Tiedemann

Prof. Dr. Andreas von Tiedemann leitet die Abteilung Pflanzenpathologie und Pflanzenschutz im Department für Nutzpflanzenwissenschaften an der Universität Göttingen. Der Bremen Cotton Report möchte das heutige Gespräch als einen Impuls zum Thema Landwirtschaft und Pflanzenschutz sehen. Diskutieren Sie mit.

Herr Prof. von Tiedemann, Pflanzenschutz: Wozu brauchen wir ihn eigentlich? Geht es auch ohne?

Die analoge Frage wäre: Brauchen wir eigentlich Medikamente, geht es auch ohne? Die Antwort kennt jeder, aber den meisten ist nicht klar, dass Nutzpflanzen, aus denen wir unsere Lebensmittel oder wichtige Rohstoffe gewinnen, erst durch Züchtung aus Wildpflanzen nutzbar geworden sind. Wildpflanzen besitzen nach einer langen Evolution wirksame, meist toxische Abwehrstoffe gegen Schaderreger, die sie allerdings für den Verzehr ungenießbar und damit unbrauchbar machen. Indem wir diese Ungenießbarkeit entfernt haben, haben sie ihre natürliche Abwehr verloren. Wenn wir diese nicht in Form des Pflanzenschutzes ersetzen, können Kulturpflanzen keinen Ertrag bringen. Eine Zuchtsorte, von welcher Kulturpflanze auch immer, könnte in freier Wildbahn nicht überleben. Das gilt übrigens in gleicher Weise für den ertragsorientierten wie den Öko-Anbau, weshalb auch der Öko-Anbau Pflanzenschutz benötigt.

Welche Bedeutung hat der Einsatz von synthetischen Pflanzenschutzmitteln bei der Bekämpfung?

Nach einer Studie der Universität Leuven von 2019 für das EU-Parlament trägt der chemische Pflanzenschutz bei wichtigen Nahrungspflanzen wie Getreide, Kartoffel und Sojabohne zwischen 20 und 40 Prozent zum Ertrag bei. Angesichts der Jahrhundertaufgabe, bis 2050 die Nahrungsmittelproduktion um 80-100% zu steigern, um die dann etwa 9 Milliarden Menschen zu ernähren, ist dies ein signifikanter Beitrag. Dies stimmt überein mit älteren Studien, die von im Schnitt etwa 30 Prozent Ertragsverlusten bei fehlendem Pflanzenschutz ausgehen. Auf die Hungerrate umgerechnet würde der Verzicht auf Pflanzenschutz die Anzahl Hungernder von derzeit 800 Millionen auf etwa drei Milliarden anwachsen lassen, die Hungerrate würde sich also von derzeit neun auf etwa 38 Prozent vervierfachen. Bei dieser Betrachtung ist die ertragssichernde Bedeutung des Pflanzenschutzes noch gar nicht berücksichtigt. Sie würde bei Wegfall in Einzeljahren auch zu weitgehendem Totalausfall von Ernten führen.

Können synthetische Pflanzenschutzmittel Böden, Pflanzen und Tiere schädigen?

Seit den sechziger Jahren wissen wir, dass chemischer Pflanzenschutz potentiell schädliche Nebenwirkungen haben kann. Als Folge wurden seitdem immer strengere Anforderungen entwickelt, nach denen Pflanzenschutzmittel zugelassen und eingesetzt werden dürfen.  Im Ergebnis haben wir es heute mit einer de facto risikofreien Technologie zu tun, die bei sachlicher Betrachtung eine weitaus bessere Risiko-Nutzen-Relation aufweist als die meisten anderen zivilisationstragenden Technologien unserer Zeit. Möglich wurde dies, indem fast keine warmblütertoxischen, bioakkumulierbaren oder schwer abbaubaren Mittel mehr zugelassen oder eingesetzt werden. Weder diese Tatsache noch die erhebliche Minderung des Risikopotentials von Pflanzenschutzmitteln wird in den Medien oder der Öffentlichkeit zur Kenntnis genommen oder gewürdigt. Die Gefährdungseinschätzung des Pflanzenschutzes hat mit dem Stand des Wissens nichts mehr zu tun, ist sehr stark medial geprägt und scheint sich auf den Zustand der sechziger Jahre zu beziehen und nicht auf den der Gegenwart.

Wie beurteilen Sie die Effizienz von biologischen Pflanzenschutzmitteln bei der Bekämpfung von Krankheiten?

Aus biologisch übrigens gut erklärlichen Gründen ist die Effizienz biologischer Pflanzenschutzmittel in den meisten Fällen begrenzt und biologische Verfahren daher wenig zuverlässig. Trotz enormer Forschungsanstrengungen in den letzten 50 Jahren ist es nur in wenigen Fällen gelungen, biologische Präparate oder Verfahren zu entwickeln, die den Anforderungen der Praxis entsprechen. So decken biologische Pflanzenschutzmittel derzeit in Deutschland nur etwa 50 der insgesamt etwa 5.500 Indikationen in Land- und Forstwirtschaft sowie im Gartenbau ab, also weniger als ein Prozent. Auch wenn derzeit die großen Chemieunternehmen stark in das Thema Biologicals investieren, sehe ich auch für die Zukunft nur wenig Aussichten auf Verfahren, die den chemischen Pflanzenschutz maßgeblich entlasten oder gar ersetzen könnten.  Dennoch sollte man natürlich alle wirksamen Verfahren unbedingt nach dem Konzept des integrierten Pflanzenschutzes nutzen.

Wie erklären Sie sich die große Liebe der Europäer zum Biolandbau? Gäbe es Ihrer Meinung nach Synergien zwischen Biolandbau und konventioneller Landwirtschaft?

Diese Vorliebe beruht vor allem auf einer sehr erfolgreichen Image-Kampagne, die seit Jahrzehnten intensiv geführt wird. Sie hat es geschafft, den Konsumenten Produkte zu erhöhten Preisen anzubieten, die nachweislich weder gesünder, noch nachhaltiger oder umweltfreundlicher sind. Möglich ist dies, weil die Kampagne auf eine weitgehend urban geprägte Bevölkerung trifft, die einerseits einen Ort für das Ausleben ihrer Natursehnsüchte sucht und andererseits von den Notwendigkeiten und Bedingungen der landwirtschaftlichen Produktion weit entfernt ist.

Was ist der Stand der Dinge beim Thema Glyphosat?

Derzeit läuft die Bearbeitung der Anträge auf Zulassungsverlängerung. Es waren vier Rapporteur Member States bestimmt worden, um das Verfahren auf noch breitere Füße zu stellen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) letztlich zu einem negativen Votum kommen wird, zumal alle Zulassungsbehörden weltweit zur gleichen Bewertung kommen, nämlich dass nach den heute gültigen Kriterien Glyphosat zuzulassen ist. Für die Landwirtschaft wird ein Verbot zu einem Rückschritt nicht nur in Bezug auf die Produktivität, sondern vor allem auch hinsichtlich ökologischer Standards führen. Für die Politik wird es sehr schwierig werden, noch umzuschwenken, obwohl die Dossiers nach aktuellem wissenschaftlichem Stand ein Verbot nicht hergeben werden. Dann wird es möglicherweise zu einer politischen Entscheidung kommen, da durch eine extrem einseitige Medienberichterstattung enormer öffentlicher Druck aufgebaut worden ist. Wenn es so kommt, wäre dies das offensichtliche Ende eines fakten- und wissenschaftsbasierten Zulassungsverfahrens.

Wie beeinflusst der Klimawandel das Auftreten von Pflanzenkrankheiten?

In der aktuellen Pflanzenschutzsituation sind weniger langfristige Klimaänderungen als die aktuelle Wetterlage von Bedeutung. Darauf hat sich die Landwirtschaft seit Anbeginn einzustellen gehabt und macht dies jedes Jahr an unendlich vielen unterschiedlichen Standorten mit großem Erfolg, wie die seit Jahrzehnten steigenden Erträge eindrucksvoll belegen. Da es den Klimawandel nicht erst gibt seitdem die Medien ihn entdeckt haben und die Landwirtschaft sich seit jeher darauf gut einstellen konnte, gibt es für mich keinerlei Zweifel, dass dies auch zukünftig der Fall sein wird. Was das Auftreten neuer Schaderregerprobleme angeht, zeigen verschiedenen Studien, dass der Einfluss des Klimawandels minimal ist im Vergleich zu Effekten durch Änderungen im Anbausystem. Beispiele sind die Ausweitung des Maisanbaus aufgrund veränderter Energiepolitik oder die Änderung der Bodenbearbeitungsverfahren.

Welche (weiteren) Herausforderungen stehen der Landwirtschaft in der Zukunft bevor?

Die größte Herausforderung der Landwirtschaft ist und bleibt wie sie immer war: Die Versorgung einer wachsenden Weltbevölkerung mit ausreichenden und qualitativ hochwertigen Nahrungsmitteln. Vielleicht besteht die aktuelle Herausforderung gerade darin, dass wir vor dem Hintergrund neu aufkommender Zielsetzungen wie Naturschutz und Erhaltung der Biodiversität diese eigentliche Aufgabe nicht vergessen.

Was wünschen Sie sich bezüglich der Agrarpolitik von den Politikern in Deutschland und auf EU-Ebene?

Als Agrarwissenschaftler bin ich kein Lobbyist und kann daher auch keine Forderungen an die Agrarpolitik formulieren. Meine Forderungen würden sich an die für die Forschung zuständige Politik richten. Hier würde ich mir eine Förderpolitik wünschen, die die Themen nicht nach der gesellschaftlichen Stimmung, sondern nach den wirklichen Erfordernissen der Landwirtschaft ausrichtet.

Vielen Dank für das Gespräch!

Die Interviews in der Rubrik „Nachgefragt“ entsprechen der Meinung des jeweiligen Interviewpartners und geben nicht die Position der Bremer Baumwollbörse als neutrale, unabhängige Institution wieder.

Premiere auf der PSI 2018: BREMER BAUMWOLLBÖRSE PRÄSENTIERT „WALK OF COTTON“

Vom 9. bis 11. Januar präsentierte sich die Bremer Baumwollbörse in Partnerschaft mit der Kölner Akademie für Textilveredlung mit einem eigenen Stand auf der europäischen Leitmesse der Werbeartikelwirtschaft PSI 2018 in Düsseldorf. Auf der Messe zeigten 907 Aussteller aus 37 Nationen ihr Produktangebot.

Einen Fokus der PSI bildeten die Werbetextilien. 165 Aussteller boten konzentriert in einer eigenen Messehalle ein großes Angebot an zu veredelnden T-Shirts, Sweatshirts, Poloshirts und Hemden – zum Großteil aus Baumwolle. Auch bei Werbeartikeln und -textilien gewinnen Fragen der nachhaltigen Beschaffung an Bedeutung.

Um den Weg der Baumwollfaser vom Baumwollanbau bis hin zum fertigen Bekleidungsstück für Aussteller und Besucher der Messe aufzuzeigen, inszenierte die Bremer Baumwollbörse innerhalb des Textile Sustainability Forums der Akademie für Textilveredlung einen „Walk of Cotton“. An sieben Stationen wurde die Baumwolltextilbeschaffungskette quasi vom Baumwollfeld bis zum Kleiderbügel in Form von visuellen Darstellungen in Kombination mit Materialien zum Anfassen sinnlich erfahrbar gemacht.

Ein informatives Vortragsprogramm der Baumwollbörse sowie weiterer anderer Organisationen über den weltweiten Baumwollanbau, Beschaffungsthemen wie Baumwollqualität und Rückverfolgbarkeit und Zertifizierung von Baumwolle sorgten für angeregte Diskussionen mit Messebesuchern wie auch mit den Ausstellern.

Cotton School

Neue überarbeite Auflage verfügbar –  Cotton Info Box wieder vollständig.

Basiswissen über Baumwolle auf 12 Seiten! Mit der Cotton School stellt die Bremer Baumwollbörse Infomaterial für den Unterricht an allgemeinbildenden Schulen, Berufsschulen aber auch Fachakademien zur Verfügung. Die jetzt vorliegende neue Ausgabe wurde inhaltlich und optisch überarbeitet und aktualisiert. Die Cotton School ist als Infobox mit weiteren Informationsmaterialien bei der Bremer Baumwollbörse erhältlich.

Baumwolle und ihre Geschichte, Anbau, Ernte und Entkörnung, Bedeutung der Faserqualität für das Textil sowie die ökologisch wertvollen Eigenschaften des nachwachsenden und biologisch vollständig abbaubaren Rohstoffs – in kurzen Abschnitten informiert die Cotton School über die Grundlagen. Eine Beschreibung der vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten von Baumwolle ist ebenso zu finden wie Daten und Fakten, die ihre wirtschaftliche Bedeutung erkennen lassen.

Ab sofort kann die komplette Infobox zusammen mit der Cotton School unter Tel.: 0421-339700 oder Email: info@baumwollboerse.de zum Preis von 5,90  Euro  oder auch ohne zusätzliche Infomaterialien im Klassenpaket (ab 30 Stück, Preise auf Anfrage) bestellt werden.

Auf den Punkt gebracht: Baumwolle ist nachwachsend, wiederverwertbar und zu 100 % biologisch abbaubar

Mit den Attributen ‚nachwachsend‘, ‚wiederverwertbar‘ und ‚biologisch abbaubar‘ gehört Baumwolle aus ökologischer, sozialer und wirtschaftlicher Sicht für die Bremer Baumwollbörse zu den nachhaltigsten Rohstoffen der Erde überhaupt.

Die Natur schafft es, Baumwollreste im Boden je nach herrschenden Bedingungen innerhalb von sechs Monaten abzubauen, so dass sie ‚zur Erde‘ zurückkehren. Das gleiche gilt für Baumwollfasern, die durch Waschvorgänge von Bekleidung und Textilien in privaten Haushalten ins Abwasser und letztlich in Flüsse und Meere gelangen. Weil Baumwolle biologisch abbaubar ist, kann es in diesem Fall zu keiner Mensch und Tier sowie die Natur gefährdenden Situation kommen, wie dies bei dem wachsendem Problem von Mikroplastik im Meer oftmals befürchtet wird.

Baumwolle ist als Agrarprodukt ein nachwachsender Rohstoff, der je nach Klima oder Region ein- oder sogar zweimal pro Saison angebaut werden kann. Alle Teile der Pflanze finden Anwendung: Aus den Samenkörnern entstehen wertvolle Öle für die Lebensmittel- und Kosmetikindustrie. Aus den Fasern der Baumwolle werden Garne und Gewebe für Haus- und Heimtextilien, Bekleidung, Hygiene- und Medizinprodukte oder für ihren Einsatz bei technischen Anwendungen unter anderem den Leichtbau produziert. Nichtverspinnbare kurze Fasern, die Linters, verarbeitet die Papierindustrie, es können aber auch zum Beispiel Brillengestelle daraus hergestellt werden. Aus Baumwollresten entstehen Viehfutter, Produkte zur Bodenverbesserung oder Verpackungs- und Dämmmaterial.

Pressemitteilung Baumwolle biologisch abbaubar Textil- und Bekleidungs-Produkte aus Baumwolle sind zu hundert Prozent recycelbar. Sie werden farblich sortiert, gelangen in den Reißwolf, werden zerkleinert und können dann als neue Garne und Gewebe für den Gebrauch in Bekleidung und Textilen verwendet werden.

Ein anderer Weg des sinnvollen Recyclings ist die Verarbeitung von Baumwollresten zu einer Zellulosefaser. Dies erfolgt in einem Herstellungsverfahren ähnlich dem von Viskose. Auch in diesem Fall ist die hundertprozentige biologische Abbaubarkeit gegeben.

Gern stehen wir Ihnen bei weitergehenden Fragen zur Verfügung – auch im Rahmen eines Interviews.

Kontakt:
Elke Hortmeyer, Leitung Kommunikation und internationale Beziehungen
Tel.:+49-421-33 970 -16, Email: hortmeyer@baumwollboerse.de

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Baumwollpflückerin in Tanzania

Erfolg europäischer Baumwoll-Textilproduktion!

Roland Stelzer* verrät, was seiner Meinung nach die Voraussetzungen sind: „ Wir versuchen mit unserer Cotonea-Markenphilosophie für alle Beteiligten ein Gewinn zu sein. Dies gilt für die Endkunden durch ein Angebot erstklassiger Produkte, ausgezeichnet durch Qualität und Langlebigkeit sowie gesundheitliche Unbedenklichkeit. Für die Händler bieten wir eine außergewöhnliche Betreuung mit hoher Liefer- und Servicequalität. Mitarbeiter in der Herstellung arbeiten auf allen Stufen unter Fairtrade Bedingungen und ohne gesundheitliche Belastungen. Das gilt selbstverständlich auch für die Baumwollbauern. Die ganze Herstellungskette wird dem Kunden offengelegt. Ein solches umfängliches Leistungsangebot wird vom Markt gesucht. Mehr und mehr Marken setzen Cotonea-Stoffe in ihren Produkten ein, weil sie hinter unseren Markenwerten stehen und weil das Angebot überzeugt.“

*Roland Stelzer ist Geschäftsführender Gesellschafter, des deutschen Traditionsunternehmens COTONEA – GEBR. ELMER & ZWEIFEL GMBH & CO. KG, Bempflingen, Baden-Württemberg.

Das Bild zeigt Roland Stelzer beim Besuch von Baumwollfarmer in Uganda.

Quelle: Bremen Cotton Report 49_50_16

Baumwollproduktion: Effiziente Bewässerungsmethoden reduzieren Wasserverbrauch

Baumwolle wird in rund 80 Ländern auf der Welt angebaut, auf durchschnittlich 33 Millionen Hektar bzw. 2,5% der weltweiten Ackerfläche. Nach Getreide und Sojabohnen ist Baumwolle eine der wichtigsten Ernten der Welt. Über 250 Millionen Menschen weltweit leben vom Baumwollanbau.

Landwirtschaft hinterlässt grundsätzlich Spuren in der Umwelt, doch die Baumwollindustrie hat bereits vor Jahren damit begonnen, diese Spuren so minimal wie möglich zu halten. Mit Erfolg. Baumwolle verbraucht viel Wasser? Das ist nicht richtig, denn hier hat sich viel getan.

Kein Lebewesen kann ohne Wasser existieren und auch Pflanzen benötigen Wasser, um zu wachsen. Experten wissen: Baumwolle kann Hitze und Trockenheit aushalten, daher wird sie in eben solchen Regionen angebaut. Nur in der Aufzuchtphase benötigt sie ausreichende Wassergaben. In der Wachstums- und Blütephase braucht sie hingegen kaum zusätzliche Feuchtigkeit und viel Sonnenlicht. Die Agrarwirtschaft verbraucht zur Produktion von Lebensmitteln und Naturfasern etwa 70 Prozent des in der Welt zur Verfügung stehenden Wassers. Davon werden nur etwa drei Prozent in der Baumwollproduktion genutzt.

Etwa 40 Prozent des Baumwollanbaus kommt ohne Bewässerung aus und verlässt sich ganz auf den natürlichen Regen. Die Anforderungen an den Wasserbedarf sind allerdings sehr unterschiedlich. Sie sind abhängig von der Region, in der Baumwolle angebaut wird, vom Anbauzeitraum, vom Klima, sowie entscheidend von eingesetzten Bewässerungsmethoden und Produktionszielen. Und auch bei der künstlichen Bewässerung, die dem Bauern nebenbei wesentlich höhere Erträge bietet, wird Wasser heutzutage als kostbares Gut angesehen und in vielen Anbauländern gezielt verwendet igcaujs. Beim intelligenten Wasserverbrauch kommen computergesteuerte Bewässerungssysteme zum Einsatz, Tröpfchenbewässerung im Untergrund oder bedarfsabhängige Furchenbewässerung. So werden Wasserverluste durch Verdunstung vermieden. Die Bodenfeuchtigkeit wird durch geringe Bodenbearbeitung und Mulchen konserviert.

Zum Beispiel: Im Vergleich mit den letzten 20 Jahren konnten die amerikanischen Baumwollbauern die Effizienz des Wasserverbrauchs bei künstlicher Bewässerung um etwa 80 Prozent steigern. Australien meldet eine Produktivitätssteigerung des Wasserverbrauchs um 40 Prozent. Israel gilt ebenfalls als Vorreiter für vorbildliches Bewässerungsmanagement. Schon in den siebziger Jahren wurden dort Methoden der Tröpfchenbewässerung eingesetzt. Zu etwa 75 Prozent nutzen Farmer im Baumwollanbau geklärtes und wiederaufbereitetes Wasser aus Wasserspeichern und konnten den Wasserverbrauch im Baumwollanbau um 30 Prozent mindern.Derzeit arbeitet die Agrarforschung an der Entwicklung von Baumwollsaat für Pflanzen mit erhöhter Trockenheitstoleranz, die aber trotzdem den Qualitätsansprüchen ihrer Abnehmer gerecht werden.

Gern stehen wir Ihnen bei weitergehenden Fragen zur Verfügung – auch im Rahmen eines Interviews.
Kontakt: Elke Hortmeyer, Leitung Kommunikation und internationale Beziehungen, Tel.:+49-421-3397016, Email: hortmeyer@baumwollboerse.de

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Commerzbank: „Preisanstieg bei Baumwolle stark spekulativ getrieben“

Eine starke Nachfrage Chinas nach US-Baumwolle stützt derzeit den Baumwollpreis. Hiervon gehen die Analysten der Frankfurter Commerzbank in ihren aktuellen Rohstoff-Informationen von Ende Januar/ Anfang Februar aus, in denen sie die Preisentwicklung bei Baumwolle zum Thema machen. Hinzu kämen, so die Commerzbank, die nach einem kurzen Rückgang vom Rekordniveau wieder gestiegenen Netto-Long-Positionen der kurzfristig orientierten Marktteilnehmer. Diese setzen stark auf weiter steigende Notierungen. Das für 2016/17 erwartete zweite Defizit am Baumwollmarkt in Folge ist dabei ein wichtiger Faktor. Allerdings wird dieses zuletzt niedriger geschätzt als in den Vormonaten und deutlich weniger als die Hälfte des Vorjahres. Cotlook etwa reduzierte seine Defizitschätzung jüngst von 1,6 auf 1,2 Mio. Tonnen. Zudem mehren sich die Umfrageergebnisse, wonach die US-Landwirte eine deutliche Ausdehnung ihrer Anbaufläche zur Ernte 2017/18 planen. Es gibt also durchaus Argumente, die gegen einen weiteren Preisanstieg sprechen.

Kurzfristig setzt sich aber der Preisanstieg bei Baumwolle unvermindert fort. Der nächstfällige Terminkontrakt verteuerte sich am 1. Februar um weitere 2%. Am 2. Februar kostete Baumwolle mehr als 77 US-Cents je Pfund. Damit ist Baumwolle so teuer wie zuletzt vor knapp sechs Monaten. Als preistreibender Faktor sehen die Analysten den schwächeren US-Dollar. Marktteilnehmer machen zudem Käufe im Vorfeld des Auslaufens des März-Terminkontraktes für den Preisanstieg verantwortlich. Offensichtlich spielt auch noch immer die Bargeldknappheit in Indien eine Rolle, welche zum Zurückhalten von Angebot führt zoloft online.

ICA Bremen

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