Baumwollbörse

Spannend: Plastik aus Baumwolle, Outdoor aus Baumwolle, fluoreszierende Baumwolle, Baumwolle im 3D-Design

Erstmals in ihrer langen Geschichte findet die Internationale Baumwolltagung am 17. und 18. März in Form einer Hybridausgabe mit virtuellem Fokus statt. Aber auch virtuell bleiben die Themen relevant für die textile Beschaffungskette. Die Anmeldung ist bereits möglich – bis zum 22. Februar können sich Teilnehmer den günstigen Early Bird Preis sichern. Zur Anmeldung: https://cotton-conference-bremen.de/registration/

 Cotton – Useful Beyond Your Imagination: Baumwolle kann Kunststoff, sie kann Outdoor, fluoreszieren und 3D-Design

Eine hochspannende Session beschäftigt sich mit alternativer Verwendung der erneuerbaren Naturfaser in innovativen Produkten mit hohem Nutzwert. Die Session findet am Donnerstag, 18. März 2021 um 12.30 Uhr (GMT+1) im Technical Track statt.

Der Einsatz von Baumwolle geht weit über Haushaltstextilien und Bekleidung hinaus. In der Session ‚Innovative Textile and Technical Products‘ wird anhand von vier Beispielen deutlich, dass die Nutzung des biologisch abbaubaren Rohstoffs Baumwolle beeindruckend gewachsen ist. Vielmehr ist Baumwolle wegen ihrer intelligenten Eigenschaften auch in technischen Produkten oder auch in Smart-Textilien zu finden.

Michael Jänecke, Director Brand Management Technical Textiles & Textile Processing bei der Messe Frankfurt, leitet mit seiner umfassenden Markterfahrung die Session. Schon seit vielen Jahren ist er unter anderem für die Organisation der alle zwei Jahre stattfindenden internationalen Leitmessen Techtextil und Texprocess verantwortlich.

Fallbeispiel 1: Fluoreszierende, supermagnetische und wasserabweisende Baumwolle

Fluoreszierende Baumwolle, © Filipe Natalio/ Universität Halle-Wittenberg

Dr. Filipe Natalio gehört als leitender Mitarbeiter und Forscher dem Weizmann Institut für Wissenschaft in Rehovot, Israel an und arbeitet hier für die Abteilung Pflanzen- und Umweltforschung, angeschlossen an das Kimmel Zentrum für Archäologische Studien. Er präsentiert unter dem Thema ‚Rohstofflandwirtschaft: ‚Die Züchtung von Baumwolle mit einzigartigen Funktionen‘ Ergebnisse seiner Arbeiten, bei denen Baumwolle mit fluoreszierenden, supermagnetischen und wasserabweisenden Fähigkeiten ausgestattet werden kann. Dies geschieht biologisch durch die Implementierung eines speziell entwickelten Glukosemoleküls in Baumwolle. Die Entwicklung hat das Potential, großformatig in baumwollbasierten Funktionsmaterialien und -textilien eingesetzt zu werden.

 Fallbeispiel 2: Baumwolle statt Plastik

Dr. Noureddine Abidi ist Professor und Direktor des Forschungsinstituts für Fasern und Biopolymere (FBRI) an der Texas Tech University, USA. Dort entwickelte er ein Verfahren, bei dem Baumwolle so verarbeitet wird, dass sie als Alternative zu Plastik genutzt werden kann. Hierbei können auch Kurzfasern oder Faserreste zum Einsatz kommen, die nicht für eine hochwertigere Verarbeitung geeignet sind. Die entstehenden Biokunststoffe auf Zellulosebasis sind biologisch abbaubar. Biobasierte Kunststoffe sind für vielfältige kommerzielle Anwendungen einsetzbar, darunter Einkaufstaschen, Bodenbedeckungen in der Landwirtschaft, Verpackungen aus Biokunststoff und andere Einwegartikel. Als denkbare kostengünstige Alternative zu erdölbasierten Kunststoffen bietet diese Innovation eine Möglichkeit, die Plastikmenge in der Umwelt zu reduzieren.

Fallbeispiel 3: Innovative Wattierungen und Gewebe für Einrichtung und Outdoor

In einem Doppelvortrag stellen Matthias Boehme und Daniel Odermatt innovative Textilien für den Einrichtungs- und Outdoorsektor vor. Matthias Boehme ist Inhaber der Bremer Agentur Textile Solutions & Consulting. Er präsentiert Produktideen für Wattierungen zur Anwendung in Möbeln des deutschen Vliesstoff- und Composite-Herstellers Norafin Industries, Mildenau. Diese sind nicht etwa aus ölbasierten Fasern, sondern aus Baumwolle und weiteren biobasierten Naturfasern hergestellt und finden Anwendung im Bereich Heimtex (z. B. Tapeten) oder auch bei funktionellen Komponenten für technische Textilien und für Bekleidungsentwicklungen.

Daniel Odermatt ist Divisionmanager der Gewebemanufaktur Stotz & Co. AG, Zürich, Schweiz. Das Unternehmen ist bekannt für die Entwicklung hochfunktionaler Baumwollgewebe. Zum Beispiel werden Extra-Langstapelfasern weich gesponnen und gezwirnt und dann in höchstmöglicher Dichte verwoben. Das Resultat ist ein dichtes Allwettergewebe mit natürlichen Eigenschaften und höchstem Tragekomfort. Das Material ist regenfest, absolut winddicht und mit einer Atmungsaktivität ausgestattet, die nur mit Naturmaterialien erreicht werden kann.

CT-Bild einer Baumwollkapsel: tiefe Einblicke in die Baumwolle © FIBRE/ MAPEX/ Universität Bremen*

Fallbeispiel 4: 3D-Gewebe aus Baumwolle/Leinen zur Behandlung von Hautkrankheiten

Dr. Iwona Frydrych von der Universität für Technology in Łódź, Polen, ist Professorin an der Fakultät für Materialentwicklung und Textildesign. Ihr Vortragsthema beschäftigt sich mit der Unterstützung medizinischer Behandlung von Hautkrankheiten durch ein 3D-Design für Bekleidung aus Baumwoll-Leinen-Mischungen. Auf das Material werden Mikrokapseln mit bekanntermaßen hautberuhigenden Pflanzensubstanzen aufgetragen. Das so ausgerüstete Material hat direkten Kontakt mit der Haut. Der Inhalt der Mikrokapseln wird durch Körperwärme und -feuchtigkeit freigesetzt. Studien zufolge führt dies zu einer Linderung von Hautbeschwerden.

Für weitere Informationen, Kontakt und Interviewwünsche wenden Sie sich an:

Bremer Baumwollbörse

Elke Hortmeyer, Kommunikation und internationale Beziehungen

Tel.: +49-421-3397016

E-Mail: hortmeyer@baumwollboerse.de

www.cotton-conference-bremen.de

www.baumwollboerse.de

* Bitte verwenden Sie bei Nutzung des Computertomographie-Bildes die folgende Copyright-Angabe:

© FIBRE/ MAPEX/ Universität Bremen

Über die Internationale Baumwolltagung 

Die Internationale Baumwolltagung Bremen – The Hybrid Edition bietet unterteilt in zwei Themenstränge am 17. und 18. März insgesamt 13 hochaktuelle Konferenzsessions mit relevanten Themen, die die international vernetzte Baumwolltextilwirtschaft derzeit beschäftigen. Unterschieden wird zielgruppenspezi­fisch zwischen zwei Vortragssträngen mit jeweils konzeptionellen bzw. überwiegend technischen Themenschwerpunkten (Conceptual Track und Technical Track). Zugang zu aktiver Kommunikation und Vernetzung mit allen Teilnehmern der Konferenz besteht durch die Nutzung des ‚Interaction Track‘. Hier können während der oder im Anschluss an Vorträge direkt Fragen zur Beantwortung an die Referenten übermittelt werden. Teilnehmer und Referenten können sich zudem zu privaten Video-Meetings verabreden, um Fragen von Interesse individuell abzuklären. Es besteht die Möglichkeit zur Teilnahme an Umfragen. Weitere Dialog-Formate werden im Rahmen eines digitalen Matchmakingservice via Audio- und Videocall für alle Teilnehmer im Rahmen der Break- & Networkingaktivitäten z. B. in Form von 1:1-Meetings oder virtuellen Tischgesprächen mit mehreren Teilnehmern angeboten. Vertiefte Informationen bietet ein Blick auf die Tagungshomepage (https://cotton-conference-bremen.de/program/). Organisatoren der Internationalen Baumwolltagung sind das Faserinstitut Bremen e.V. (FIBRE) und die Bremer Baumwollbörse.

Download Pressemitteilung (pdf): Spannend: Plastik aus Baumwolle, Outdoor aus Baumwolle, fluoreszierende Baumwolle, Baumwolle im 3D-Design

Baumwolle und Wasser, Teil 3: Bewässerungsmanagement und Best-Practice

Mit Forschung und Technik zu schonendem Ressourcenumgang

In der heutigen Ausgabe des Bremen Cotton Report setzen wir unsere Artikelserie ‚Baumwolle und Wasser‘ fort. In den ersten zwei Teilen der Artikelserie gegen Ende des letzten Jahres ging es um den Status quo und die vorherrschenden Bewässerungsmethoden. Diesmal stehen technologisch weiterentwickelte Verfahren im Mittelpunkt, die das Ergebnis wissenschaftlicher Forschung und Entwicklung sind. Das Ziel der Forschungsarbeiten ist es, den Zeitpunkt und den Umfang der Bewässerung so zu wählen, dass bei möglichst schonendem Ressourcenaufwand ein größtmöglicher Ertrag erzielt wird.

Um den besten Zeitpunkt für die Notwendigkeit zusätzlicher Bewässerung zu ermitteln, verfolgen die Farmer unterschiedliche Praktiken. Dies sind zum Beispiel:

  • Computermodelle, die den Wasserverbrauch auf der Grundlage des Wachstumsstadiums der Pflanze und der Wetterdaten vorhersagen.
  • Der Einsatz von Sonden zur Messung der Feuchtigkeit im Boden: Sie stellen fest, ob ausreichend Wasser vorhanden ist, das dem Bedarf der Pflanzen gerecht wird.
  • Thermische Infrarot-Thermometer (IRTs), denn wenn der Pflanze Wasser fehlt, ist dies an der Blatt­temperatur erkennbar.

Verbesserung des Wasser­managements im Baumwollanbau

Zu den Forschungsthemen im Bereich Wassermanagement zählt neben der technologischen Weiterentwicklung von Sensoren und Mess­techniken zum Beispiel auch der Einsatz von Abwasser für Bewässerung. Des Weiteren kann anhand der Beobachtung der Pflanzenphysio­gnomie festgestellt werden, welchen Einfluss etwa Wasser und die herrschende Temperatur auf die Erträge von Baumwolle oder solche Baumwollsorten haben, die eine höhere Toleranz für trockenheitsbedingten Stress haben. Zudem beschäftigen sich Forscher mit Fragen der richtigen Nährstoffgabe bewässerter Pflanzen und der entsprechenden Bodengesundheit bewässerter Flächen.

Deutliche Erfolge im Wassereinsatz: Best-Practice in den USA, Australien und Israel

Inzwischen haben die Bemühungen um einen nachhaltigen Umgang mit Wasser zu wesentlichen Verbesserungen geführt. In den USA ging der Einsatz von Wasser aus künstlicher Bewässerung deutlich zurück. Nach Angaben des U.S. Cotton Trust Protocol konnte der Wasserverbrauch zur Erzeugung eines Baumwollballen in den letzten 35 Jahren um 82 Prozent gesenkt werden. Auch in Australien zeigen Langzeitdaten, dass sich die Wassereffizienz der Baumwollindustrie deutlich verbessert hat. Nach Angaben des aus­tralischen Baumwollanbauverbands „Cotton Australia“ verbesserte sich die Produktivität der Wassernutzung der australischen Baumwollbauern seit 1992 um 48 Prozent. Konkret bedeutet das, dass die Zahl der pro Megaliter Wasser produzierten Baumwollballen um 97 Prozent gestiegen ist. Damit verbrauchen die Landwirte für die Erzeugung eines Ballens nur noch etwa die Hälfte des Wassers im Vergleich zum Jahr 1992.

Auch Israel gilt als Baumwollerzeuger mit fortschrittlichen Methoden zur Reduktion des Wassereinsatzes im Baumwollanbau. Im Rahmen einer effizienten Wassernutzung werden über 60 Prozent der städtischen Abwässer für die Landwirtschaft generell und für Baumwolle im Besonderen wiederverwendet. Israelische Unternehmen entwickelten ein Tröpfchenbewässerungssystem, das mehr als 50 Prozent des Wasserverbrauchs in der Landwirtschaft einspart. Israelische Baumwolle wird mit Hilfe dieser Technik bewässert. Eine weitere innovative Technologie kommt in Israel mit der Präzisionsbewässerung zum Einsatz. Der Wasserbedarf der Pflanzen wird zum Beispiel aus der Luft mit Hilfe von Sensoren sowie Satellitenbildern überwacht und genau bestimmt.

Quellen: Cotton Inc (Cotton today), U.S. Cotton Trust Protocol, Cotton Australia, The Israel Cotton Board

Baumwolle und Wasser – Teil 1: Mit modernen Bewässerungsmethoden zu mehr Wasserersparnis

Baumwolle und Wasser – Teil 2: Moderne Bewässerungsmethoden im Überblick

Anmeldung zur Internationalen Baumwolltagung Bremen – The Hybrid Edition gestartet

Die Registrierung der Internationalen Baumwolltagung Bremen 2021 – THE HYBRID EDITION hat begonnen.
 
Zum Early Bird Preis von € 99,- erhalten Sie vollen Zugang zu allen Konferenzvorträgen auf gewohnt hohem Niveau. Das Ticket bietet darüber hinaus Zugang zu den Veranstaltungen der „Cotton Week“ und eine Vielzahl an digitalen Networking-Möglichkeiten und Interaktionen.
 
Weitere Informationen zum Programm finden Sie auf der Konferenzwebsite.
 
 
 
 
 

Stephanie Silber: Entwicklungen 2020 auf dem Baumwollmarkt

Bei all den unerfreulichen Nachrichten in diesem Jahr, gibt es für Sie eine positive Entwicklung 2020, die Sie hervorheben können?

Stephanie Silber, Präsidentin der Bremer Baumwollbörse und Geschäftsführerin der Otto Stadtlander GmbH, Bremen

„Uns hat das vergangene Jahr gezeigt, wie flexibel und innovationsfähig wir sind. Die SARS-CoV-2-Pandemie hat uns gezwungen, neue Wege zu erkunden und mit Hilfe der bestehenden Möglichkeiten Familien, Freunde und Unternehmen zu unterstützen, aber auch zu schützen.

Die wahrlich globale textile Lieferkette hat sehr unter den Auswirkungen der Pandemie gelitten. Nationale und lokale Lockdowns in Baumwollanbau- als auch Verarbeitungsländern sowie stete Unsicherheit entlang der Wertschöpfungskette haben der Textilindustrie einen kräftigen Schlag verpasst. Einige Unternehmen haben diesen „Reset“ genutzt, um bestehende Sourcing-Strategien zu hinterfragen und neue Wege auszuprobieren.

Produktionsseitig gibt es vermehrt Überlegungen, das dezentralisierte und anonyme Sourcing zugunsten einer konservativeren und geradlinigeren Lieferkette aufzugeben.

Nicht nur erhöht dies nachweislich die Krisenstabilität, es fördert außerdem Nachhaltigkeit und Transparenz, von der Baumwollbäuerin bis zur Einzelhändlerin entlang der gesamten textilen Wertschöpfungskette. Insbesondere im Hinblick auf die großen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts ein willkommener Gedanke.

Mit Hilfe der heute verfügbaren Technologien wie Videokonferenzen konnten wir trotz Kontaktsperren und rücksichtsvoller Isolation zu unseren Familien, Freunden und Geschäftspartnern Kontakt halten und uns austauschen. Das kann zwar nie ein persönliches Treffen ersetzen, ist aber doch eine gängige Alternative geworden.

Mittelfristig ist wohl zu befürchten, dass uns das SARS-CoV-2 noch einige Zeit begleiten und einschränken wird. Aber es werden auch wieder bessere Zeiten kommen. Bis dahin müssen wir das Beste daraus machen und jeden Tag innovationsfähig und flexibel bleiben.“

Statement aus der Jahresendausgabe 2020 des Bremen Cotton Report

 

35. Internationale Baumwolltagung Bremen 2021: Premiere für die Hybrid Edition

Bremen, 17. Dezember 2020: Die 35. Internationale Baumwolltagung Bremen findet am 17. und 18. März 2021 in einem völlig neuen wie gleichzeitig innovativen Format statt. Die Bremer Baumwollbörse und das Faserinstitut Bremen (FIBRE) als Organisatoren entschieden sich für eine in die Zukunft gerichtete, virtuelle Hybridlösung mit vielfältigen Kommunikationsangeboten.

Das Motto der der ursprünglich im März 2020 geplanten, aber verschobenen Tagung ‚Passion for Cotton‘ bleibt auch 2021 bestehen. Treffpunkt der internationalen Baumwoll-Wertschöpfungskette ist ausnahmsweise nicht, wie seit vielen Jahren, das historische Bremer Rathaus im Zentrum der alten Hansestadt, sondern ein von Interaktion geprägter virtueller Tagungsraum.

Digitale Technik macht es überall auf der Welt möglich, den informativen Vorträgen der Veranstaltung im Internet zu folgen. Darüber hinaus gelingt es über eine interaktiv nutzbare Tagungsplattform, Meetings mit jedem gewünschten Teilnehmer oder sogar mit Gruppen zu organisieren und sich auszutauschen.

Je nach Reisesituation sind einzelne, kleine Treffen vor Ort in Bremen in Planung, die auch in virtuelle Treffen eingebunden sind. Hierbei geht es um Austausch zu wichtigen Zukunftsfragen unter maßgeblichen Mitgliedern internationaler Branchenverbände, unter Arbeitsgemeinschaften sowie Wissenschaftlern. Aus diesem Blickwinkel heraus betrachtet wird die Tagung als ‚Hybrid Edition‘ sowohl virtuell als auch mit einem Präsenzteil organisiert.

„Die 35. Internationale Baumwolltagung im März 2020 war schon sehr frühzeitig um ein Jahr verschoben worden, um rechtzeitig auf die Covid-19-Problematik zu reagieren. So dramatisch und unsicher die aktuelle Branchenlage heute noch teilweise ist – unsere Entscheidung für ein neues Format hat viel Positives. Nach etwa siebzig Jahren, in denen die Internationale Baumwolltagung regelmäßig Bremen stattfand, erhalten wir jetzt den Anstoß, uns getragen von fortschrittlicher digitaler Kommunikation völlig neu aufzustellen. Wir bekommen die Möglichkeit, zu zeigen, dass auch bei weltweit reduzierter Reisetätigkeit ein effizienter Austausch von Informationen mit viel Mehrwert für Teilnehmer möglich ist“, betonen Elke Hortmeyer, verantwortlich für die Bremer Baumwollbörse, und Axel Drieling für das Faserinstitut Bremen.

Potential und Mehrwert der interaktiven Tagungsplattform

Um das Potential und den Mehrwert des neuen Tagungsformates zu verdeutlichen, setzen die Organisatoren schon zu einem frühen Zeitpunkt vor Beginn der Veranstaltung auf intensive Informationsarbeit und vielfältigen Service für die Teilnehmer.

Auf der offiziellen Homepage der Internationalen Baumwolltagung: www.cotton-conference-bremen.de findet man Vorabinformationen über den Ablauf der Tagung mit seinen Programmeckpunkten und eine erste Führung durch die digitale Welt der Tagung. Die Registrierung ist ab der ersten Januarhälfte möglich.

Die Website bietet ab Mitte Januar ausführliche Informationen zum Tagungsprogramm mit Kurzbeschreibungen der Vorträge sowie ihrer Referenten inklusive ihrer Vita. Passwortgeschützt erhalten Teilnehmer ab Anfang März 2021 Zugang zu einer übersichtlichen, umfassenden Tagungsplattform – dem virtuellen Veranstaltungsraum, in dem alles zu finden ist, was man zur gründlichen Vorbereitung und ersten Orientierung braucht. Jeder Besucher kann auf der Plattform ein persönliches Profil mit Interessensgebieten hinterlegen. Auf dieser Basis können durch die digitale Technik Besuchergruppen mit gleichen Interessen zu virtuellen Tischgesprächen z. B. in den Tagungspausen zusammengeführt werden.

Zwecks Zusammenstellung eines persönlichen Tagungsprogramms kann sich jeder Besucher für ausgewählte Vorträge anmelden. Die Anmeldungen werden dann in den individualisierten Tagungskalender übertragen, der auch die eigenen Meetingtermine enthält.

Von passiver zu aktiver Kommunikation

Über ein Interaktionstool besteht die Möglichkeit, während eines Vortrags Fragen an die Referenten zu richten oder an Umfragen teilzunehmen. Zudem können sich Teilnehmer und Referenten im Anschluss an Vorträge zu privaten Video-Meetings verabreden, um weiterführende Fragen von Interesse individuell abzuklären.

Weitere Dialog-Formate werden im Rahmen eines digitalen Matchmaking via Audio- und Videocall angeboten. Dazu zählen ‚Virtual Round Tables‘ zu vereinbarten Zeiten zwecks Diskussion ausgewählter Themen oder ‚Business-Speed-Datings‘, die dazu beitragen, mit Teilnehmern einfach ins Gespräch zu kommen.

„Wichtig ist für uns, deutlich zu machen, dass es bei der Tagung nicht nur um passive Informationsvermittlung geht. Vielmehr bietet sie durch aktive Kommunikationsvermittlung neben Informationen aus Vorträgen und Diskussionsforen für jeden Tagungsteilnehmer einen essenziellen Mehrwert, wie man ihn auch von klassischen Tagungen und Messen überall auf der Welt erwarten kann“, so die Organisatoren Elke Hortmeyer und Axel Drieling.

Erste Programmhöhepunkte

Das Tagungsprogramm selbst besteht aus Sessions, die hochaktuelle Branchenthemen abdecken. Keynotes greifen zu Beginn der Tagung brennende Fragen innerhalb der textilen Kette auf. Ein Kernthema ist die „Circular Economy“. Beschrieben wird hier der Lebenszyklus des für die Wertschöpfungskette wichtigen Rohstoffs Baumwolle im Sinne einer digital gesteuerten Kreislaufwirtschaft. Des Weiteren soll die Diskussion über neue und innovative Verarbeitungsmöglichkeiten von Baumwolle Zeichen setzen und die Begehrlichkeit des biologisch abbaubaren und nachwachsenden Rohstoffs steigern. Mit Spannung dürfte auch das Diskussionsforum zum verantwortungsvollen Anbau von Baumwolle erwartet werden, bei dem sich verschiedene Interessensgruppen über ihre Meinungen zum Entwicklungspotential der besonderen Anbauweise austauschen.

In den kommenden Wochen bis zur Tagung werden wir in vertiefter Form über weitere Themenschwerpunkte informieren. Parallel dazu findet man auf der Tagungshomepage unter www.cotton-conference-bremen.de fortlaufend aktualisierte Tagungsinformationen. Wir laden Sie schon heute zum Besuch der Hybrid Edition der 35. Internationalen Baumwolltagung ein. Für weiterführende Fragen stehen wir gern zur Verfügung. 

www.cotton-conference-bremen.de

Pressemitteilung ‘Premiere für die Hybrid Edition’ zum Download (pdf)

Baumwolle und Wasser Teil 2: Moderne Bewässerungsmethoden im Überblick

Wie bereits im ersten Teil der Artikelserie angedeutet, basiert der Einsatz von Bewässerung in der Regel auf einer Kosten-Nutzen-Analyse. Aufgrund wirtschaftlicher Zwänge durch Kosten für Wasser, Pumpen und Arbeitskräfte, die für die Bewässerung benötigt werden, sind die Erzeuger beim Einsatz dieser Ressource heute mehr denn je umsichtig. Grundsätzlich werden drei verschiedene Bewässerungsmethoden im Baumwollanbau unterschieden: Oberflächenbewässerung, Beregnung und Tröpfchenbewässerung.

Oberflächenbewässerung

Einige der ersten Bewässerungssysteme waren Siphonrohre, die in einen Graben gelegt wurden und das Wasser zwischen den Pflanzenreihen kanalisierten oder das Wasser umleiteten, um ein Wasserreservoir für späteren Einsatz damit zu füllen. Dieser Ansatz wird als „Oberflächenbewässerung“ (auch als Flut- oder Furchenbewässerung bekannt) bezeichnet, da das Wasser entlang der Feldoberfläche fließt. Wenn das Feld gut angelegt, mit der richtigen Neigung versehen und richtig betrieben wird, kann die Oberflächenbewässerung eine effiziente Methode sein, um Pflanzen mit Wasser zu versorgen. Diese Bedingungen werden jedoch nicht immer erfüllt. Zudem sind Oberflächensysteme oft sehr arbeitsintensiv.

Sprinkler-Bewässerungssysteme

Eine weitere Methode zur Bewässerung von Nutzpflanzen ist die Nutzung von Sprinklern, ähnlich denen, die oft zur Bewässerung von Rasenflächen verwendet werden. Meist sind die für Baumwolle verwendeten Sprinkler-Bewässerungssysteme auf einem „Mitteldrehpunkt“ montiert. Baumwollproduzenten in ariden Gebieten verwenden vorwiegend Sprinkler, die direkt über der Pflanze angebracht sind, oder setzen „Low Energy Precision Application“-Systeme (LEPA) auf ihren Drehpunkten ein. Hier werden die Sprinkler oben auf dem zentralen Drehpunkt durch Fallleitungen ersetzt. So kann das Wasser direkt zwischen den Pflanzenreihen aufgebracht werden.

Die Methoden zur Wasserabgabe verfeinern sich kontinuierlich, um den besten Ertrag aus dem verfügbaren Wasser zu erhalten.

Tröpfchenbewässerung

Der neueste Trend in der Baumwollbewässerung sind Tröpfchenbewässerungssysteme. Dies gilt zum Beispiel für Westtexas, wo die Wasserressourcen immer knapper werden. Auch Israel nutzt vorwiegend Tröpfchenbewässerung. Diese Systeme sind teuer in der Installation und Wartung, da Röhren etwa 15 bis 45 Zentimeter unter der Oberfläche des gesamten Feldes verlegt werden müssen. Es ist jedoch eine sehr effiziente Methode, Wasser direkt in die Wurzelzone der Pflanze zu leiten. Die Röhren sind entweder unter jeder Reihe oder zwischen jeder zweiten Reihe angeordnet, je nach Bodenart und Umgebung.

Die Installation von unterirdischer Tröpfchenbewässerung (subsurface drip irrigation, SDI) etabliert sich zunehmend, da ihre Installation unter der Erde die Verdunstung von der Bodenoberfläche eliminiert. Tatsächlich zeigten Studien, dass Baumwolle, die unter SDI angebaut wurde, die tägliche Verdunstung der Pflanzen um 75 Prozent verringerte und die höchste Wassernutzungseffizienz für die Faserproduktion aufwies. Die Möglichkeit bereits genutztes Wasser im Rahmen dieser modernen Bewässerungssysteme wiederzuverwenden, könnte die Nachhaltigkeit von SDI-Systemen noch weiter erhöhen.

Quelle: Cotton Inc (Cotton today)

Baumwolle und Wasser – Teil 1: Mit modernen Bewässerungsmethoden zu mehr Wasserersparnis

Mikroplastik in den Weltmeeren: Synthetische Textilen Hauptverursacher

Synthetische Textilien sind die Haupt­ursache von primärem Mikroplastik in den Weltmeeren. Das konnte eine Studie der International Union for Conservation of Nature belegen. Ins Meer gelangt das Mikro­plastik durch Fasern, die sich beim Waschen der auf Erdölbasis hergestellten Textilien lösen. Auch beim Waschen von Baumwollbekleidung und -textilien lösen sich Fasern. Diese sind jedoch zu 100 Prozent biologisch abbaubar und belasten so Gewässer nicht durch Mikroplastik.

Quelle: International Union for Conservation of Nature

Online-Seminar „Perspektiven 2035: Sauberes Wasser – ein Thema von globaler Bedeutung“

Am 14. Dezember 2020 von 14 – 16 Uhr führen das Forschungskuratorium Textil e. V. und der VDMA e. V. das Online-Seminar „Perspektiven 2035: Sauberes Wasser – ein Thema von globaler Bedeutung“ durch.

Das Webinar bietet einen kompakten Überblick über die neuesten Forschungsergebnisse in den Bereichen Gewinnung von Trinkwasser, Aufbereitung von Abwasser und textile Filtersysteme. Experten der Textilforschungsinstitute aus Denkendorf, Chemnitz und Mönchengladbach stellen neueste Erkenntnisse der Textilforschung vor.

Mehr Informationen zum Ablauf und zur Anmeldung:

Einladungsflyer (pdf)

Baumwolle und Wasser – Teil 1: Mit modernen Bewässerungsmethoden zu mehr Wasserersparnis

Mit einem besonderen Fokus auf Bewässerungsmethoden widmet sich in den kommenden Ausgaben eine kurze Artikel-Serie dem Themenbereich Baumwolle und Wasser.

Ausgehend von einem grundlegenden Überblick in diesem Beitrag beschäftigen sich die beiden anschließenden Teile mit den Methoden der Bewässerung sowie der Forschung und Entwicklung in diesem Bereich.

Baumwolle: eine trockenheits­resistente Pflanze

Wie in Fachkreisen hinlänglich bekannt, ist Baumwolle – entgegen der weitläufigen öffentlichen Meinung – eine trockenheitsresistente Pflanze. Das heißt, sie wächst auch unter trockenen Bedingungen und liefert Erträge. Nichtsdestotrotz unterstützt eine zielgerichtete Bewässerung die Entwicklung der Pflanze und kann Qualität und Erträge deutlich verbessern. Studien zeigen, dass in einigen Fällen Bewässerung eine Ertragssteigerung von bis zu 400 Prozent erreichen kann. So gesehen steht der Einsatz von Bewässerung in der Landwirtschaft im Einklang mit den Zielen einer verantwortungsvollen Produktion, weil diese die Effizienz der Landnutzung maximiert. 70 Prozent des weltweiten Wasserverbrauchs gehen auf die Landwirtschaft zurück, Baumwolle hat einen Anteil von drei Prozent.

Mehrheit der Baumwollanbau­fläche regenbewässert

Nach Daten des Internationalen Baumwollsekretariats (ICAC) werden durchschnittlich 1.214 Liter Wasser aus künstlicher Bewässerung pro Kilogramm Baumwolle sowie zwei Kilogramm Saat verwendet. Unterschieden wird bei der Nutzung zwischen blauem (Grund- und Oberflächenwasser), grünem (Regenwasser) und grauem (Abwässer) Wasser. Das blaue Wasser gilt als Bewässerungswasser. Ziel ist es, anhand dieser Einteilung den Wasserverbrauch bei der Herstellung von Produkten transparenter zu machen. Fast das gesamte Wasser, das Pflanzen für ihr Wachstum erhalten, verdunstet und fällt als Niederschlag auf andere Anbau­flächen. Dies ist Teil des natürlichen Wasserkreislaufs der Erde.

55 Prozent des Baumwollanbaus erfolgt durch Regenbewässerung. Rund 45 Prozent der Baumwollanbauflächen werden künstlich bewässert, was 70 Prozent der weltweiten Baumwoll­erzeugung ausmacht. Zu den Ländern, die 100 Prozent ihrer Baumwollfläche zusätzlich bewässern, gehören beispielsweise die Türkei, Israel und Pakistan. Hohe Anteile zwischen 80 und 95 Prozent werden zum Beispiel in Australien, Spanien und China bewässert, während die großen Erzeuger USA und Indien nur rund ein Drittel ihrer Baumwoll­anbaufläche zusätzlich mit Wasser versorgen. Die meisten Länder Afrikas erzeugen Baumwolle ausschließlich im Regenfeldbau.

Bewässerungssysteme im Baumwollanbau

Die Methoden der Bewässerung entwickeln sich fortlaufend und sind Gegenstand umfangreicher Forschung. Hierbei geht es um die Produktivität des Wassereinsatzes sowie die Optimierung von Menge und Zeitpunkt der Bewässerung. Das Bewusstsein für den Umgang mit der Ressource Wasser steigt. Dies gilt vor allem dort, wo Wasser knapp ist und sich ein übermäßiger Wasserverbrauch nachteilig auf Umwelt und Menschen auswirkt. Zur Bewusstseinsveränderung trägt auch die öffentliche Diskussion um Nachhaltigkeits­aspekte in der Landwirtschaft bei, ebenso wie Reaktionen auf mögliche Effekte des Klimawandels.

Quellen: Cotton Inc (Cotton today), ICAC Cotton Data Book 2020, Water Footprint Network

Kooperation mit der Akademie für Textilveredelung: Erfolgreiches Grundlagenseminar Baumwolle

Am 30. September führte die Akademie für Textilveredlung in Partnerschaft mit der Bremer Baumwollbörse sowie dem Faserinstitut Bremen erneut ein Grundlagenseminar Baumwolle durch.

Ursprünglich für April geplant, musste die Schulung aufgrund der Pandemie verschoben werden und fand nun unter genehmigten Hygieneauflagen statt. Die Referenten, Karsten Fröse und Elke Hortmeyer, beide Bremer Baumwollbörse, sowie Axel Drieling, Faserinstitut Bremen, führten die Teilnehmer aus der Textilveredlungsindustrie in die Welt der Baumwolle ein. In den Räumen der Baumwollbörse erhielten sie Überblick über Baumwollqualitäten, die Marktstrukturen sowie Nachhaltigkeitsaspekte der Naturfaser. Neben theoretischem Basiswissen vertieften die Teilnehmer ihre Kenntnisse anhand praktischer Übungen zur Bestimmung von Baumwollqualität. Die Besichtigung des Baumwollprüflabors rundete den Seminar­tag ab.

Die Journalistin Birgit Jussen begleitete die Teilnehmer den ganzen Tag und verfasste für die R+W Textilzeitung eine ausführliche Reportage zum Seminar. Sie können den Artikel hier lesen:

Bericht zum Baumwollseminar von Birgit Jussen in der R+W Textilzeitung (pdf)

ICA Bremen

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Stadtlander

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Rundgang

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Cotton Report

Bremen Cotton Report

Tagungsarchiv

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