Baumwollbörse

EEG-Umlage für 2017 fast doppelt so hoch wie 2011 von der Bundesregierung für zumutbar erklärt

Wie der Gesamtverband textil+mode in einer Pressemitteilung erklärte, haben heute die Stromnetzbetreiber die EEG-Umlage für 2017 bekannt gegeben. Sie wird auf 6,88 Cent/kWh ansteigen und damit fast doppelt so hoch sein, wie 2011 von der Bundesregierung für zumutbar erklärt. Zugleich zeigen aktuelle Untersuchungen, dass auch an anderen Stellen, wie den Netzentgelten, die Kosten der Energiewende weiter aus dem Ruder laufen.

„Die Bundesregierung hat 2011 erklärt, die damalige EEG-Umlage von 3,5 Cent/kWh sei die Grenze des Zumutbaren. Jetzt ist die Umlage fast doppelt so hoch. Dies zeigt: Wir brauchen einen Systemwechsel bei der Finanzierung der Energiewende, um die Kostenlawine des EEG in den Griff zu bekommen“, so Ingeborg Neumann, Präsidentin des Gesamtverbands der deutschen Textil- und Modeindustrie.

Der Gesamtverband textil+mode fordert gemeinsam mit anderen mittelständisch geprägten Industriebranchen, die Finanzierung der Energiewende als gesamtgesellschaftliche Aufgabe künftig aus dem Bundeshaushalt zu finanzieren. Im Gegenzug würden alle Energiewende-Umlagen wegfallen. Die Vorteile liegen in einer gerechteren Verteilung der Kosten: Sie werden künftig leistungsgerecht aus Steuereinnahmen finanziert. Dadurch könnten die Produktionskosten gesenkt und Investitionen wieder attraktiv werden. Außerdem werden Geringverdiener dadurch entlastet.

Die deutsche Textil- und Bekleidungsindustrie ist (einschließlich Schuh- und Lederwarenindustrie) mit etwa 1 400 Unternehmen und ca. 130 000 Beschäftigten im Inland die zweitgrößte Konsumgüterindustrie in Deutschland. Deutsche Textil- und Modeunternehmen erwirtschaften einen Jahresumsatz von ca. 31 Milliarden Euro (davon 60 % Textil, 40 % Bekleidung) und sind damit in Europa führend. Textilunternehmen sind wichtige Zulieferer für Branchen wie Automobil, Luft- und Raumfahrt, Medizin, Geotechnologie etc. Der Gesamtverband textil+mode (t+m) ist der Dachverband der deutschen Textil- und Modeindustrie. t+m vertritt die Interessen der Branche in den Bereichen der Wirtschafts- und Sozial- sowie Tarif- und Bildungspolitik.

 

ICA Bremen: Neue Baumwollstandards aus Uganda

Die Cotton Development Organisation, Uganda, stellte der ICA Bremen ihre neuesten Baumwollstandards zur Verfügung:

Roller ginned: Grades UCON, UCOB, UCOP, UCOA, UCOM

Saw ginned: Grades UCOSA I, UCOSA II

Die Standards wurden von der zuständigen Kommission geprüft und anerkannt und ersetzen das letzte Set vom 25. Juli 2014. Die offiziellen internationalen Wertdifferenzen wurden entsprechend angepaßt.

Die ICA Bremen besitzt mit der weltgrößten Sammlung an Baumwollstandards ein Abbild der gegenwärtigen Ernten aller Baumwollanbauregionen weltweit. Die Baumwollstandards setzen den Maßstab im internationalen Handel.

Download the international value differences circular >

Mehr über <a title="Cotton grade standards" href="http://www zoloft weight gain.ica-bremen.org/our-services/cotton-grade-standards/”>ICA Bremen’s cotton grade standards >

 

 

 

 

Aktuelles Interview aus dem Cotton Report: Afrikanische Baumwolle – Potentiale längst nicht ausgeschöpft

Der afrikanische Baumwollsektor hat wesentliche Hürden zu überwinden, um sich gegenüber den großen Anbietern auf dem Weltmarkt erfolgreich behaupten zu können. Das afrikanische Potential ist immens groß, nur der geringste Teil davon ist ausgeschöpft. Über die Chancen afrikanischer Baumwolle sprach die Bremen Cotton Report-Redaktion mit dem  Afrikaspezialisten Gerald Estur. Der Franzose arbeitet derzeit als Berater für die Baumwollwirtschaft und war unter anderem lange Jahre als Statistiker für das International Cotton Advisory Committy (ICAC), Washington sowie als Geschäftsführer für das Handelshaus Compagnie Cotonniere COPACO S.A. in Paris tätig. (Cotton Report 35/36)

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Bremen Cotton Report: Was sind die Merkmale des afrikanischen Baumwollmarktes bezogen auf die Situation in unterschiedlichen Regionen wie Nord, West, Ost und Süd-Afrika?

Gerald Estur: Die Landwirtschaft beschäftigt 60 Prozent der Bevölkerung in Afrika. Der Sektor erzielt etwa 25 Prozent des afrikanischen Bruttosozialprodukts. Baumwolle spielt eine wichtige Rolle bei der wirtschaftlichen Entwicklung des Kontinents. Sie wird in etwa 35 von 54 Ländern angebaut. Sie hat eine zentrale Bedeutung, wenn es um die Bekämpfung von Armut geht. Schließlich gilt die Naturfaser als cash crop, bzw. wertvolles Produkt, das für Einkommen und Beschäftigung sorgt. Vorherrschend im afrikanischen Anbau sind unzähligen Kleinbauern, die mit ihren Familien auf kleinen Flächen geringe Produktionsmengen erzeugen. Die Arbeit ist beschwerlich, das Einkommen liegt an der Armutsgrenze. Die Aussaat und die Ernte erfolgen von Hand. Zur Bodenbearbeitung werden allenfalls von Ochsen gezogene Pflüge eingesetzt.

Wie sieht es mit den Erträgen aus?

Je nach Verfügbarkeit von Saatgut, von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln oder ausreichender Bewässerung schwanken die Erträge in den einzelnen Regionen. Vorherrschend ist Regenfeldbewässerung. In nordafrikanischen Ländern wie Ägypten, Äthiopien und Sudan wird zusätzlich künstlich bewässert. Deswegen liegen die Erträge mit Werten von etwa 600 kg/ha höher als in Westafrika mit 400 kg/ha oder mit 250 kg/ha in Süd- und Ostafrika. Dennoch liegen sie aber insgesamt weit unter den Weltdurchschnittserträgen von derzeit 745 kg/ha. Die Anbauflächen schwanken in Abhängigkeit zu von den Absatzgesellschaften gezahlten Preisen. In einigen Ländern werden sie bereits vor Beginn der Aussaat festgelegt, in anderen erst gegen Ende der Saison. Damit liegen die wirtschaftlichen Risiken in Abhängigkeit von der Weltpreisentwicklung entweder bei den Produzenten oder aber bei der Vermarktungsgesellschaft. Vielfach schließen Vermarktungsgesellschaften Abnahmeverträge für die Ernte ab, in dem sie Saatgut und Inputs zum Beispiel gegen Kredit zur Verfügung stellen, die durch Ankauf der Ernte wieder verrechnet werden.

Was sind die größten afrikanischen Produktionsländer?

Die Länder Afrikas werden, wie dem aktuellen Jahresbericht der Bremer Baumwollbörse zu entnehmen ist, in der Saison 2015/16 etwa 1,56 Millionen Tonnen und damit etwa einen Anteil von sieben Prozent der in der Welt hergestellten Baumwolle produzieren. Länder Westafrikas wie Burkina Faso, gefolgt von Mali, der Elfenbeinküste, Benin und Kamerun gehören zu den größten Produzenten. 85 Prozent von Afrikas Baumwolle wird exportiert. In der Saison 2015/16 dürfte der Export aller afrikanischen Länder etwa 1,3 Mio. Tonnen betragen. Das wären 17,8 Prozent der Weltexporte. Die Franc Zone ist mit 1,02 Millionen Tonnen und einem Anteil von 13,7 Prozent am Welthandel der größte afrikanische Exporteur. Den Rest nehmen die Länder Ost- Nord- und Südafrikas ein. China importiert etwa die Hälfte von Afrikas Baumwolle. Bangladesch, Indonesien, Vietnam und Thailand sind ebenfalls wichtige Importländer. Nur etwa 1,5 Prozent der Baumwolle wird im eigenen Land verarbeitet.

Was sind die Schwächen der afrikanischen Baumwollproduktion?

Schwächen der afrikanischen Baumwollwirtschaft liegen in unzureichendem Zugang zu Inputs, suboptimalen Produktionspraktiken, geringer Intensität von Forschungs- und Entwicklungsprogrammen und der Tatsache, dass der größte Teil der afrikanischen Baumwolle ausschließlich von Regen bewässert wird. Der größte Teil des Anbaus im Rest der Welt erfolgt durch künstliche Bewässerung. Weitere wichtige Faktoren sind eine abnehmende Bodenfruchtbarkeit, unvorteilhafte Wetterbedingungen auch vor dem Hintergrund des Klimawandels, schlechte Saatqualität sowie ein Mangel an neuen und besseren Baumwollsorten.

Wie steht es um die Qualität afrikanischer Baumwolle?

Normalerweise sollte man annehmen, dass Ernten von Hand ein entscheidender Vorteil gegenüber maschinengeernteter Baumwolle sein sollte. Handgepflückte Baumwolle sollte sauberer sein, weil sie weniger Nissenbefall und geringere Kurzstapelanteile aufweist als maschinengeerntete Baumwolle. Dort müssen im Entkörnungsprozess höhere Anteile an Blatt- und Stilresten entfernt werden. Doch entkörnte afrikanische Baumwolle ist bekannt für ihren erhöhten Anteil an Fremdmaterialien wie Verpackungsresten und Fremdfasern, was im Verkauf zu Preisabschlägen führt und Weiterverarbeitungsprozesse erheblich stören kann. Die Preise für afrikanischen Baumwolle geraten auch durch die Art und Weise unter Druck, wie sie vermarktet und verschifft wird. Die Überprüfung der Qualität afrikanischer Baumwolle erfolgt überwiegend durch Klassieren von Hand. Das Fehlen von zuverlässigeren und objektiven instrumentellen Testergebnissen hat negativen Einfluss auf die zu erzielenden Preise visit our website.

Was kann getan werden, um die Produktivität des afrikanischen Baumwollanbaus zu steigern?

Das Potential des afrikanischen Baumwollanbaus ist noch lange nicht ausgeschöpft. Große Möglichkeiten zur Verbesserung von Produktivität und Qualität liegen im Ausbau von intelligenten Bewässerungsmethoden. Wichtig ist der Einsatz von vorbeugenden Pflanzenschutzmethoden unter dosierter und sinnvoller Verwendung von Pestiziden gegen Ernteschäden durch Schädlingsbefall. –Auch der Einsatz von BT-Saatgut sichert wirtschaftliche Risiken ab und vermindert gleichzeitig den Einsatz von Pestiziden. Ebenso dürfte eine Teilmechanisierung in Anbetracht des auch in Afrika knapper werdenden Faktors Arbeit eine wichtige Maßnahme sein, um die Produktivität der Baumwollwirtschaft entscheidend zu steigern.

Wie lässt sich die Exportabhängigkeit der afrikanischen Baumwolle und damit auch von den Preisen verringern?Grundsätzlich liegt der Schlüssel des Erfolgs hier im Ausbau einer vertikal integrierten nachgelagerten Produktionskette im Bereich Textil- und Bekleidung. Doch Afrika hat bislang nur marginale Bedeutung bei der Verarbeitung von Baumwolle. Die einheimische Textilindustrie ist meist nicht wettbewerbsfähig, auch wegen des hohen Anteils der Importe von neuer und gebrauchter Kleidung. Die Baumwollverarbeitung Afrikas dürfte in der aktuellen Saison 15/16 mit 378.000 Tonnen weiter stagnieren. Ägypten steht für die Hälfte des Spinnereiverbrauchs in Afrika.  Gute Ansätze sind  z. B. aus Äthiopien zu hören, wo neben dem der Aufbau von Industriezonen auch die Investitionen ausländischer Investoren gefördert werden. Generell braucht die Entwicklung Zeit. Es mangelt an Energie, Transportwegen und an der Qualifikation von Arbeitskräften. Die Intensität der Bemühungen ist von Land zu Land und in Abhängigkeit von den jeweiligen Regierungssystemen sehr unterschiedlich. Gleichwohl hat Afrika eine große Zukunft vor sich.

In Afrika wird häufig kritisiert, dass Unterstützungsprogramme der großen Baumwollproduktionsländer Druck auf die internationale Preise ausüben, was zu Lasten der Wettbewerbsfähigkeit afrikanischer Länder geht. Trifft die Kritik in der Form heute noch zu?

Die derzeit niedrigen Preise sind heute noch immer auf ein großes Ungleichgewicht zwischen dem Angebot und der Nachfrage von Baumwolle, resultierend aus hohen Lagerbeständen zurückzuführen. Ein Großteil der Bestände lagert in China, was Folge einer nicht marktgerechten Regulierungspolitik der Regierung ist. Aktuelle Untersuchungen des ICAC zeigen aber, dass der Anteil an direkter Unterstützung bezogen auf die Gesamtproduktion von Baumwolle durch Regierungen in der Saison 2015/16 im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen ist.

Vielen Dank für das Gespräch!

Vorläufigertest

Bremer Baumwollbörse mit neuem Pressebereich

Gollin_1Der Pressebereich der bremer Baumwollbörse erfährt in den nächsten Tagen eine Vereinfachungskur. Zukünftig werden die Pressemitteiliungen als Blogform mit einem kurzen Einleitungstext angezeigt. Für mehr muss man dann “… mehr lesen” anklicken und sieht die gesamte Mitteilung, inclusive PDF Downloadlink und verstärlten Bildermotiven. “Wir hoffen so den Journalisten einen schnellen und aufwandfreien Zugang zu den wichtigen Informationen zu bieten.” sagt Ralf Schlatmann, redaktioneller Mitarbeiter beim Bremen Cotton Report, der Vereinszeitung der Bremer Baumwollbörse.

 

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ICA Bremen: Von der Faserprüfung bis zum Textil in 2 Wochen

Einen herzlichen Glückwunsch an die 20 Teilnehmer, die erfolgreich das ICA Bremen Seminar ‘Classing & Testing’  und Learning about Machinery’absolviert haben. Das gute Feedback veranlaßt uns dazu, auch für 2017 wieder ein Training zu planen:

weitere Informationen und Anmeldung >

Hier geht es zu den Seminarfotos >

Bremer Baumwollbörse hat neuen Präsidenten

Henning Hammer, Präsident Bremer Baumwollbörse

Der Verein der Bremer Baumwollbörse hielt am 30. Juni 2016, seine 142. ordentliche Generalversammlung im 144. Geschäftsjahr ab. Der Vorstand erstattete den Mitgliedern Bericht über das abgelaufene Geschäftsjahr und legte satzungsgemäß seine Rechnungslage vor. Ebenso wurde im Anschluss an die Versammlung das Präsidium des internationalen Verbandes gewählt.

Neuer Präsident der Bremer Baumwollbörse ist Henning Hammer (40), Geschäftsführer der Otto Stadtlander GmbH, Bremen.

Zum Vizepräsidenten wurden Ernst Grimmelt (49), Geschäftsführer der Velener Textil GmbH in Velen, Westfalen sowie Fritz A. Grobien (58), geschäftsführender Gesellschafter der Albrecht, Müller-Pearse & Co. Trade (GmbH &Co.) KG Bremen, und Jens D. Lukaczik (50), Geschäftsführer der Cargo Control Germany GmbH & Co. KG, Bremen gewählt.

Der Vorstand setzt sich zusammen aus Rainer Hammer, Otto Stadtlander GmbH, Bremen, Martin Kägi, Hermann Bühler AG, Sennhof (Winterthur)/Schweiz, Jan Kettelhack, Hch. Kettelhack GmbH + Co. KG, Rheine, Axel Trede, Cotton Service International GmbH, Bremen und Lüder Vollers, Berthold Vollers GmbH, Bremen

Neu in den Vorstand gewählt wurde Hannes Drolle, Getzner Textil AG, Bludenz/Österreich.

Präsidium und Vorstand verfügen aufgrund ihrer unterschiedlichen Arbeitsschwerpunkte über wertvolles Praxiswissen, von dem sowohl die Mitglieder der Börse wie auch die Baumwollwirtschaft insgesamt profitieren.

Der in Shanghai ansässige Baumwollkaufmann Henning Hammer nach seiner Wahl zum Präsidenten der Bremer Baumwollbörse: „In Anbetracht der derzeitigen Situation der Textilindustrie sehe ich es als unsere Aufgabe an, das Interesse an der Verwendung von Baumwolle als intelligentem, natürlichen und nachwachsendem sowie gleichzeitig biologisch abbaubaren Rohstoff weiter zu steigern. Die Baumwollbörse ist hier einer der wenigen wirklich neutralen und kompetenten Ansprechpartner für die Industrie im In- und Ausland. Diese Rolle müssen wir weiter ausbauen. In unserem Joint Venture werden wir uns mit der ICA Bremen als weltweit agierendes Testzentrum weiterhin international etablieren. Mit unseren Partnern, dem Faserinstitut Bremen e.V. und der International Cotton Association in Liverpool, bilden wir ein gutes Team, mit dem wir sehr viel erreichen können.“

Dr. Uwe Mazura, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverband Textil und Mode, unterrichtete die anwesenden Mitglieder über den Stand bei der Ausgestaltung der Kriterien des von Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller gegründeten Bündnis für nachhaltige Textilien. Er sieht es als seine Aufgabe an, dazu beizutragen, die Kriterien so zu definieren, dass sie für Unternehmen aus Handel und Industrie machbar sind.

Zum Abschluss referierte Willie Beuth, Initiator des Kölner 3p Institute for Sustainable Management, zum Thema Transparenz und Implementierung nachhaltiger Lieferketten in der Textil- und Bekleidungsbranche.

 

Besucheransturm in der Baumwollbörse

Am Sonntag, dem 13. September, war deutschlandweit der Tag des offenen Denkmals ausgerufen. Das Ziel dieses Tages ist es, die Öffentlichkeit für die Bedeutung des kulturellen Erbes zu sensibilisieren und Interesse für die Belange der Denkmalpflege zu wecken. Wenn jedes Jahr am zweiten Sonntag im September historische Bauten und Stätten, die sonst nicht oder nur teilweise zugänglich sind, ihre Türen öffnen, dann sind Millionen von Architektur- und Geschichtsliebhabern zu Streifzügen in die Vergangenheit eingeladen.

Ist, wie bei der Bremer Baumwollbörse, auch noch die Gegenwart aktiv und interessant, findet dies umso mehr Echo bei den Besuchern. In diesem Jahr war der Ansturm der Gäste auf das historische Kontorhaus am Bremer Marktplatz besonders groß. Insgesamt wurden in fünf Führungen rund 150 Besucher fachkundig durch die Baumwollbörse begleitet. Viele Interessierte mussten jedoch aufgrund der begrenzten Zeit und Kapazität des Teams auf die von der BTZ organisierten regelmäßigen Führungen verwiesen werden. Seit der Teilnahme am Tag des offenen Denkmals verzeichnet die Bremer Baumwollbörse ein jährlich steigendes Besucheraufkommen mit großem Interesse sowohl am historischen Gebäude als auch ihrer Geschichte und ihrer heutigen Funktion.

 

Fest in den Höfen der Baumwollbörse

Das alle zwei Jahre stattfindende Innenhoffest der Bremer Baumwollbörse war auch in diesem Jahr ein voller Erfolg. Bei hochsommerlichen Temperaturen feierten im Gebäude der Baumwollbörse ansässige Mieter und geladene Gäste, kulinarisch verwöhnt von Pastavariationen der „Nudelei“. Eine Torwand bot die Möglichkeit, sich sportlich zu betätigen, für den besten Schützen war ein Preis ausgeschrieben.

Traditionell spenden die Gäste des Innenhoffestes für eine wohltätige Einrichtung. In diesem Jahr waren die Spenden für den Bremer Treff vorgesehen, eine kirchliche Begegnungsstätte für Menschen in materiellen, körperlichen oder seelischen Notlagen.

 

 

141. Generalversammlung der Bremer Baumwollbörse: Engagement für nachhaltige Baumwollwirtschaft

Am 25. Juni fand in Bremen die 141. ordentliche Generalversammlung der Mitglieder der Bremer Baumwollbörse statt. Sie stand ganz in Zeichen des Besuchs von Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller. Präsidium und Direktorium der Geschäftsstelle nahmen zudem die Gelegenheit wahr, die Ereignisse und die Aktivitäten des internationalen Verbandes im Jahr 2014 nochmals Revue passieren zu lassen. Vorstand und Geschäftsführung wurden einstimmig entlastet.

Baumwollbörse intern

Der Vorstand der Baumwollbörse wählte Ernst Grimmelt, geschäftsführender Gesellschafter der Velener Textil GmbH, für ein weiteres Jahr zum Präsidenten und Hennig Hammer, Geschäftsführer der Otto Stadtlander GmbH, zum Vizepräsidenten. Fritz A. Grobien, geschäftsführender Gesellschafter der Albrecht, Müller-Pearse & Co. Trade (GmbH &Co.) KG Bremen steht der Bremer Baumwollbörse weiterhin als Immediate Past President zur Verfügung. „Wir decken mit unseren nationalen und internationalen Mitgliedern beinahe die gesamte Produktions- und Dienstleistungskette der Baumwollwirtschaft bis hin zur textilen Verarbeitung ab. Das reflektiert die Effizienz und das Knowhow in unserem Netzwerk“, so Präsident Ernst Grimmelt anlässlich seiner Begrüßung zu Beginn der Generalversammlung. Baumwolle und ihr Markt Elke Hortmeyer, Direktorin Kommunikation, Internationale Beziehungen, Marktanalysen, informierte über die wichtigsten Tendenzen im Baumwollmarkt. Danach dürfte die globale Baumwollerzeugung in der Saison 2014/15 26,3 Millionen Tonnen erreichen haben, weniger als in den Jahren zuvor. Der weltweite Baumwollhandel lag in der Saison 2014/15 bei geschätzten 7,5 Millionen Tonnen, denn China hat seine Einkäufe reduziert, was sich signifikant auf das Gesamtergebnis auswirkt. Einen umfassenden Einblick über die internationale Baumwollwirtschaft mit zahlreichen Grafiken und Bildmaterial liefert der gerade erst erschienene Jahresbericht der Bremer Baumwollbörse für das Jahr 2014.

Investitionen in die Zukunft

Der Verband der Bremer Baumwollbörse ist Eigentümer des 1902 erbauten, denkmalgeschützten fünfstöckigen Kontorhauses im Zentrum der Hansestadt Bremen. Auch im vergangenen Jahr wurden, wie Carmen Wachs als geschäftsführende Direktorin berichtete, erhebliche Investitionen in den Werterhalt des Gebäudes vorrangig durch energetische Sanierungsmaßnahmen vorgenommen. Zudem ist die Baumwollbörse auch beim Umbau und der Erweiterung des Qualitätsprüflabors für Baumwolle involviert. Kooperationspartner hier sind neben der Baumwollbörse das Faserinstitut Bremen e.V. (FIBRE) und das ICA Bremen.

In einem Boot mit der Textilallianz

Den Höhepunkt der Generalversammlung bildeten der Besuch und die Key Note von Dr. Gerd Müller als Bundesminister für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit. Thema war die zukünftige Ausgestaltung des Bündnisses für nachhaltige Textilien. In der Begrüßung des Ministers erinnerte Präsident Ernst Grimmelt anhand von plakativen Headlines aus Nachrichten der Tagespresse an die ersten, noch holprigen Schritte bei der Umsetzung des im Oktober 2014 gegründeten Bündnisses. Er sieht es nach dem Beitritt großer Teile der Textil- und Bekleidungsindustrie, des Handels sowie ihrer Verbände aber auf gutem Kurs. Unter der Überschrift „Fair ist Chic“ beschrieb Ernst Grimmelt die zukünftige Entwicklung der Initiative. Der Minister bedankte sich beim Präsidenten der Börse für die Entscheidung zum frühen Eintritt und die engagierte Mitarbeit der Baumwollbörse bei der Gestaltung der Bündnisziele und deren Umsetzung. Gerade zum Start der Bündnisinitiative seien engagierte Entscheider als Eisbrecher und Mutmacher gefragt gewesen. Für den Bundesentwicklungsminister ist Baumwolle ein Sinnbild für Chancen und Risiken im Rahmen der globalen Entwicklung der Weltwirtschaft und ihrer immer stärker werdenden Vernetzung. Freier Handel müsse heute in seiner Ausgestaltung stärker auch als fairer Handel interpretiert werden. Vor diesem Hintergrund möchte er, dass vom Textilbündnis eine Signalwirkung nicht nur für Deutschland, sondern auch für die Weltgemeinschaft ausgeht. Im Anschluss an seinen Vortrag mit intensiver Diskussion eröffnete und besichtigte Bundesminister Dr. Gerd Müller das neu gestaltete Qualitätsprüflabor, dass die Bremer Baumwollbörse im Joint Venture mit ICA Bremen und dem Kooperationspartner Faserinstitut Bremen führt. Er ließ sich dabei Referenzmuster von Baumwollproben aus aller Welt zeigen. Dabei wurde nochmals deutlich, wie die natürlichen Eigenschaften die Qualität von Baumwolle maßgeblich bestimmen. Sodann nahm er das Labor mit dem ersten Test eines Baumwollmusters in Betrieb.

Paneldiskussion „Fairer Konsum: EINEWELT – Unsere Verantwortung” am 25. Juni 2015 ab 15:30 Uhr im Bremer Rathaus

Entwicklungspolitik beginnt bei uns in Deutschland. So lautet eine der Botschaften der Zukunftscharta, die Entwicklungsminister Dr. Gerd Müller Anfang 2014 gestartet hat. Sie bündelt das Wissen und die Erfahrung unterschiedlichster Akteure aus allen Bereichen der Gesellschaft. Im Mittelpunkt stehen globale Herausforderungen, die uns alle angehen wie Klimaschutz, Hunger, Armut, Flucht und Migration. Bis Mitte 2016 geht die Zukunftscharta auf Tour durch Deutschland und macht am 25. Juni Station in Bremen.

Sie sind herzlich eingeladen, Ihre Ideen einzubringen und mitzudiskutieren. Begleitet von einem spannenden Rahmenprogramm diskutiert Entwicklungsminister Dr. Gerd Müller mit Fritz A. Grobien, Immediate Past President der Bremer Baumwollbörse, Otto Lamotte, Geschäftsführer von Henry Lamotte Oils und Gertraud Gauer-Süß vom Bremer Informationszentrum für Menschenrechte und Entwicklung. Bitte melden Sie sich unter www.zukunftstour.de formlos zu der Veranstaltung an, dort finden Sie auch nähere Informationen zu Rahmenprogramm und Panelisten.

 

ICA Bremen

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Stadtlander

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Rundgang

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