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6 Apr | EMP – Rock und Entertainment mit Baumwolle

Interview mit Lydia Kölker, Exclusive Merchandise Products:

Die EMP Merchandising Handelsgesellschaft mit Hauptsitz in Lingen wurde 1986 von Fans für Fans gegründet und ist seitdem zu Europas Nummer 1 E-Commerce Company im Bereich Rock & Entertainment Merchandising mit einem Jahresumsatz von mehr als 280 Millionen Euro angewachsen. Seit 2018 gehört EMP zur Warner Music Group.

Das Sortiment bietet teils exklusive Textilien, Schuhe, Accessoires, Schmuck, Bild- sowie Tonträger und vieles mehr. EMP steht seit jeher für einen von Individualität geprägten Lebensstil und ermutigt dazu, diesen auszuleben – ein Lebensgefühl, das Millionen Fans weltweit mit der Marke teilen.

Seit Ende 2021 ist EMP Mitglied der Bremer Baumwollbörse. Die Cotton Report-Redaktion sprach mit Lydia Kölker, Head of Quality Management, über Fan-Kultur, die Rolle von Baumwolle und die Nachhaltigkeitsansätze von EMP.

Bremen Cotton Report: Was sind die bestimmenden Geschäftsbereiche von EMP?

Lydia Kölker: Die drei Hauptsäulen unseres Portfolios richten sich an den Märkten für Musik, Filme und Serien sowie Gaming aus. Wir bedienen unterschiedliche Bedürfnisse unserer Fans mit zum Beispiel Bekleidung, Heim- und Haustextilien, Accessoires, Schmuck, Schuhe oder auch Hardline-Artikel, unter die bei uns unter anderem Spielzeug, Funko Pop!-Figuren, Küchenzubehör, Möbel und Zelte fallen. Auch unser Lebensmittelangebot speziell für Fans wächst seit einigen Jahren stetig mit.

Welche Rolle spielt Baumwolle für die Qualität Ihrer Produkte und gibt es Baumwollqualitäten, die Sie bevorzugen?

Von allen Artikeln in unserem Portfolio verkaufen wir T-Shirts mit Abstand am meisten. Da diese Produktgruppe überwiegend aus Baumwolle besteht, hat dieses Material bei uns einen hohen Stellenwert. Auch hier versuchen wir, unseren Nachhaltigkeitsansatz voranzubringen und so viel nachhaltige Baumwolle wie möglich in unseren Produkten zu verwenden. Hinzu kommt bei unseren T-Shirts, dass diese oft mit Motiven bedruckt werden, die wir rund um die Lieblingsband, den Serien- oder Filmstar oder die persönliche Heldenfigur des Fans entwickeln. Das Bedrucken findet zum größten Teil in Deutschland und Tschechien, also innerhalb der EU, statt.

Mit welchen Maßnahmen erhöhen Sie die Nachhaltigkeit Ihrer Produkte und Ihres Unternehmens?

Um die Nachhaltigkeit voranzutreiben, baut EMP stark auf unterschiedliche Standardgeber wie zum Beispiel Oekotex und viele andere. Jedes dieser Siegel hat seine Daseinsberechtigung und alle Siegel haben auf unterschiedlichsten Gebieten ihre Stärken. Daher haben wir uns Expertise gesucht, um diese Standards intern zu bewerten und in einem Sternesystem bildlich darzustellen. Denn eine Kombination aus den unterschiedlichsten Standards macht bei uns die Nachhaltigkeit aus. Natürlich fokussieren wir uns dabei auch auf entsprechende Rohmaterialien wie nachhaltige Baumwolle oder recycelte synthetische Fasern.

Stellt Sie das neue Lieferketten­gesetz vor Herausforderungen?

Generell begrüßen wir das neue Lieferkettengesetz, welches sich ja auch auf EU-Ebene ankündigt, da sich nun alle Firmen an die gleichen Spielregeln halten müssen. Das neue Lieferkettengesetz wird uns wie die meisten Unternehmen vor Herausforderungen stellen, da die Supply Chain von Bekleidung und Hardline-Produkten überaus komplex geraten kann. Nachhaltigkeit ist jedoch für uns nicht auf ein Gesetz reduziert, sondern etwas, das wir ohnehin leben möchten: ein Lebensgefühl, das wir mit unseren Kund*innen teilen. Daher beschäftigen wir uns sehr intensiv mit diesem Thema – zusammen mit unserer Muttergesellschaft Warner Music Group.

So gehörte die Warner Music Group in der Musikbranche zu den Vorreitern, die als Erste einen Nachhaltigkeitsbericht (ESG Report) veröffentlicht haben. Auch EMP spielt in diesem Report eine wichtige Rolle. Gemeinsam arbeiten wir mit Blick auf die Nachhaltigkeit an großen Plänen, um zum Beispiel auch die Digitalisierung der Supply Chain mit einem passenden System für EMP zu eruieren. Hier werden wir in naher Zukunft in die Implementierungsphase übergehen.

Welchen Einfluss hatte die Pandemie auf Ihr Geschäft und welche Maßnahmen konnten Sie dagegen ergreifen?

Wir bei EMP haben in diesem Zusammenhang auch unsere Schwierigkeiten in den Lieferketten – besonders in der Beschaffungsthematik. Diesen mussten wir uns immer wieder stellen. In Antizipation von Lieferterminverzögerungen werden so aktuell bereits unterjährig Liefertermine auf jeweils frühere Termine vorgezogen.

Festivals sind für uns immer das Get-together mit unseren Fans, Kund*innen und Geschäftspartnern, die wir in den letzten zwei Jahren schmerzlich vermisst haben. Wir sind deshalb sehr dankbar, dass sie uns auch in dieser Zeit die Treue gehalten haben. In der pandemischen Lage richtete sich der Fokus bei den Verbraucher*innen mehr auf Home Entertainment. Dieses wurde intensiver ausgelebt, was dem Verkaufssegment Filme & Serien bei uns Auftrieb verschaffte. Die bei uns ohnehin stark wachsende Gaming-Sparte konnte auch während der Pandemie weiter zulegen. Unterm Strich tragen so die drei thematischen Säulen zur Robustheit unseres Unternehmens auch in schwierigen Zeiten bei.

Durch die Lockdowns wurden wir als Arbeitgeber wie als Arbeitnehmer natürlich ebenso vor Herausforderungen gestellt, und das gleich in zweierlei Hinsicht: als E-Commercer ebenso wie als Betreiber von Ladengeschäften in mehreren Bundesländern. Um da insbesondere bei den sehr dynamischen Maßnahmen von Bund und Ländern stets am Puls zu sein, hatten wir schon sehr früh eine Corona Task Force gegründet, die seitdem Kompetenzen aus allen Unternehmensbereichen bündelt. So konnte EMP schnell Handlungsrichtlinien entwickeln und deren Umsetzung kontrollieren. Da uns die Gesundheit und Sicherheit unserer Mitarbeiter*innen sehr wichtig ist, kamen wir insbesondere bei den Stores oft den beschlossenen Verordnungen zuvor und setzten die Messlatte zum Beispiel bei den Hygieneregeln teilweise höher als vorgeschrieben an. So konnten wir unser Motto „Stronger Together“ voll ausleben.

Haben die steigenden Preise für Rohstoffe, unter anderem auch Baumwolle, bereits Einfluss auf Ihre Endkundenpreise?

Ja, wir merken, dass die Rohstoffpreise extrem ansteigen. Trotzdem versuchen wir, unseren Fans weiterhin den bestmöglichen Preis zu bieten.

Vielen Dank für das Interview.

Mehr Informationen auf der Website von EMP.

Die Interviews in der Rubrik „Nachgefragt“ entsprechen der Meinung des jeweiligen Interviewpartners und geben nicht die Position der Bremer Baumwollbörse als neutrale, unabhängige Institution wieder.

Kategorie: Allgemein, Interviews

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