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17 Jul | Unsicherheit ist das neue Normal – Baumwollpreise weiterhin unter Druck

Beim Handelsstreit zwischen den Vereinigten Staaten und China wechselte das Erwartungspendel nach dem G20 Treffen im Juni in Osaka von Eskalation in Richtung Versöhnung. Dennoch sind die Folgen des nun schon ein Jahr anhaltenden Schlagabtausches im Markt deutlich spürbar. Die USA und China gehören zu den Big Playern der internationalen Baumwollwirtschaft. Die USA sind der größte Baumwollexporteur und der viertgrößte Baumwollproduzent mit anwachsenden Beständen. China ist neben Indien der weltgrößte Produzent, der größte Konsument und gleichzeitig größter Importeur von Baumwolle.

Dies ist auch der Grund, warum sich im internationalen Baumwollwollhandel starke Verunsicherung bei Vertragsabschlüssen breit gemacht hat. In der Folge nahm die Volatilität der Baumwollpreise weiter zu.

Seit einem Jahr lassen rückläufige Werte aller maßgeblichen Preisindizes wie Cotlook A*, NY Futures ** und auch des CIF Bremen*** sinkende Preise erkennen. Zu Beginn des Monats Juni 2018, also der ersten Erhöhung von Einfuhrzöllen durch die USA und der Erhöhung von Zöllen auf Agrarprodukte in China, wurde Baumwolle auf Basis des A Index noch mit 100 cts/lb gehandelt. Die Notierungen fielen im August/September letzten Jahres auf 94 ct/lb, als die Handelsspannungen durch erhöhte Importzölle und Gegenzölle zunahmen. Im Zeitraum zwischen Oktober 2018 und April 2019 folgte ein weiterer Rückgang mit Schwankungsbreiten zwischen 80 ct/lb im Februar  und 88 ct/lb im April. Als die Verhandlungen zur Beilegung des Streits Anfang Mai einen Rückschlag erlitten, wurde nur noch 76 ct/lb notiert. Mit Stand 15. Juli lag die Notierung bei 73,65 ct/lb.

Obwohl Unsicherheit das ‚neue Normal‘ zu bleiben scheint, kann nach Berechnungen des International Cotton Advisory Committee (ICAC) davon ausgegangen werden, dass der weltweite Baumwollverbrauch in der Saison 2019/20 auf 26,9 Millionen Tonnen um 1 Prozent ansteigt. Für China wird ein Rückgang von 200.000 t auf 8,25 Mio. t erwartet. Mit diesem Ergebnis bleibt das Land allerdings noch bei weitem der größte Baumwollverbraucher, wobei die Baumwollimporte aufgrund der Normalisierung der Baumwollbestandsreserven im Lande auf 2,1Millionen Tonnen zunehmen dürften.

Die Baumwollproduktion dürfte in der Saison 2019/20 bei einer Steigerung von 7 Prozent 27,6 Millionen Tonnen erreichen. Bei diesem Niveau von Angebot und Nachfrage ist damit zu rechnen, dass die weltweiten Lagerbestände auf 18,6 Millionen Tonnen ansteigen. Sie hatten in der vergangenen Saison 2018/19 mit 17,9 Millionen Tonnen das niedrigste Niveau seit 2012/13 erreicht.

Allein dadurch dürfte der Druck auf die Baumwollpreise mittelfristig anhalten. Hinzukommen die Unsicherheiten durch Handelskonflikte sowie durch eine sich abzeichnende Verlangsamung des Wirtschaftswachstums in Europa und möglicherweise auch in den USA als große Nachfrager nach Textil- und Bekleidungsprodukten aus Baumwolle.

 

*Der Cotlook A – Index basiert vornehmlich auf Baumwollgeschäften im Bereich Fernost.

**An der New Yorker Terminbörse werden Futureskontrakte für neun Liefermonatstermine gehandelt – aktuell für die Termine  Oktober und Dezember 2019, März, Mai, Juli, Oktober und Dezember 2020 sowie März und Mai 2021

*** Der CIF BremenIndex bildet den Tageswert von gehandelter Baumwolle im Gebiet Nordeuropa ab und wird von der Preiskommission der Bremer Baumwollbörse festgelegt.

 Weitere Informationen und Kontakt:

Bremer Baumwollbörse
Elke Hortmeyer
Kommunikation und internationale Beziehungen
Tel.:+49-421-3397016,
E-Mail: hortmeyer@baumwollboerse.de

Kategorie: Allgemein, Pressetexte

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