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7 Dez | Internationale Baumwolltagung 2018: Was sind die Key-Themen?

Interview mit Elke Hortmeyer, Bremer Baumwollbörse und Axel Drieling, Faserinstut e.V.:

Der Countdown für die 34. Internationale Baumwoll­tagung 2018 läuft. Sie findet vom 21. bis 23. März nach alter Tradition im historischen Rathaus der Hansestadt Bremen in unmittelbarer Nähe der Baumwollbörse statt. Auch diesmal wird mit über 450 Teilnehmern aus der ganzen Welt gerechnet. Für die Durchführung zeichnen die Bremer Baumwollbörse und das Faserinstitut Bremen gleichermaßen verantwortlich. Die Cotton Report Redaktion ließ sich von Elke Hortmeyer, Direktorin für Kommunikation und internationale Beziehungen bei der Bremer Baumwollbörse, sowie Axel Drieling, Senior Manager Cotton beim Faserinstitut Bremen, über Inhalte und Ziele der Tagung informieren:

Cotton Report: Wofür steht die Kongressheadline ‚Cotton Insights‘? Was unterscheidet das Programm von dem der vergangenen Jahre?

Elke Hortmeyer: Wir haben die Zeit nach Ende unserer Baumwolltagung im März 2016 genutzt, um die Markt­entwicklung zu beobachten und daraus aktuelle Themen- und Handlungsfelder abzuleiten, die die Branche intensiv beschäftigen. Was interessiert heutzutage den Baumwollproduzenten und wofür kommt eine Brand nach Bremen, wenn es um Baumwolle geht?

Axel Drieling: ‚Cotton Insights‘ unterstreicht die inhaltliche Tiefe und gleichzeitig auch die Qualität der Bremer Tagung, für die sie schon seit Beginn an bekannt ist. Sie beleuchtet die Welt der Baumwolle und bietet Lösungen für zukünftige Herausforderungen an. Lösungen, wie sie nicht nur für die Baumwollfachwelt, sondern auch für die gesamte Baumwollbeschaffungskette von der Verarbeitung bis hin zum textilen Einzelhandel von Bedeutung sind, weil sie die Bedürfnisse der Endkonsumenten im Blickfeld haben.

Was sind Herausforderungen für die Baumwoll­wirtschaft?

Elke Hortmeyer: Transparenz und Rückverfolgbarkeit werden im Baumwollsektor nicht mehr nur hinter verschlossenen Türen diskutiert, sondern auf der Ebene der Abnehmer, d. h. durch Industrie und Einzelhandel, aber auch mehr und mehr öffentlich von Konsumenten eingefordert. Während früher das fertige Textil aus Baumwolle und sein Preis im Vordergrund stand, beschäftigt sich der Markt, auf welcher Stufe auch immer, nun zusätzlich verstärkt mit dem Rohstoff Baumwolle und seinen Eigenschaften.

Weiterhin: Baumwolle bleibt zweifelsfrei eine starke, nachhaltige Naturfaser für Textilien und Bekleidung. Sie muss sich aber deutlicher denn je als intelligente Faser mit noch mehr Mehrwert für Verbraucher profilieren. Hierzu ist gezielte Kommunikation gefragt.

Axel Drieling: Die Digitalisierung hält Einzug in alle Bereiche der Baumwoll-Wertschöpfungskette. Das fängt bereits auf dem Feld an. Hier stehen künftig Daten zur Verfügung, die eine gezielte Verbesserung des Anbaus auf jedem Quadratmeter ermöglichen. Moderne Techniken helfen, spezifische Daten und sich daraus ableitende Handlungsempfehlungen jederzeit abzurufen. Auch für Entwicklungsländer könnte dies große Fortschritte bringen.

Digitalisierung ist auch der wichtigste Schritt in der Verarbeitung. Industrie 4.0 ist hier das Stichwort. Die Textilverarbeitungsmaschinen werden anhand integrierter Sensoren und intelligenter Steuersysteme geregelt. Damit kann z. B. auch eine schnelle Produktionsanpassung an vom Markt stärker geforderte, kleine Fertigungsslots erfolgen.

Endverbraucher nutzen für Einkäufe verstärkt das Internet, wo sie wöchentlich wechselnde Kollektionen finden. Das macht Änderungen in den Beschaffungsprozessen bei Textilherstellern, aber auch im Retail notwendig.

Zusammengefasst hilft die durch Digitalisierung gesteuerte Datenerfassung die Effizienz der Prozesse auf allen Ebenen zu steigern und in diesem Zusammenhang zusätzlich den ökologischen Fußabdruck der gesamten, weltweit vernetzten Beschaffungskette zu verringern.

Führt der technische Fortschritt zu neuen Anforderungen an die Baumwollqualität?

Axel Drieling: Das Faserinstitut ist einer der Motoren im Prozess zur Verbesserung und Standardisierung von Qualitätsprüfverfahren. Die Geschwindigkeit, mit der heute Baumwolle versponnen und Baumwollgarne verwoben werden, hat zugenommen. Die Steuerung der Maschinen erfolgt, wie bereits gesagt, über hochsensible digitale Prozesse. Die verarbeitete Baumwollqualität muss dieser Technik hinsichtlich ihrer Eigenschaften, unabhängig von Herkunft und Anbaumethodik, gerecht werden. Welche Anforderungen für Spinnereien in Zukunft wichtig sind, ermittelten das Faser­institut Bremen in Kooperation mit dem Institut für Textiltechnik Aachen, unterstützt durch die Bremer Baumwollbörse, im Rahmen ihres weltweit durchgeführten Bremen Aachen Survey on Cotton Quality. Die Ergebnisse werden Teil der Diskussionen auf der nächsten Tagung sein.

Wie verknüpft die Veranstaltung die Anforderungen von Wissenschaft und Praxis?

Axel Drieling: Die Tagung ist gezielt nicht als reine wissenschaftliche Tagung geplant, sondern als praxis­nahe Information für die Teilnehmer aus allen Bereichen der Wertschöpfungskette. Mit entsprechenden Expert-Sessions bietet die Tagung aber die Möglichkeit, hochinnovative Themen mit tiefem Einblick darzustellen, die zukünftig praxis­relevant werden.

Die Baumwollbörse unterstützt das Event ,Sustain‘ der Tages­zeitung Weser-Kurier.
Was steckt dahinter?

Elke Hortmeyer: Im Vorfeld der Internationalen Baumwolltagung laden Verlag und Redaktion der führenden, überregional erscheinenden Tageszeitung Weser-Kurier zu ihrem Wirtschafts-Summit ‚Sustain‘ ein und zwar in Kooperation mit der Bremer Baumwollbörse. Hier diskutieren Experten über Nachhaltigkeit und Entwicklungsperspektiven auf dem afrikanischen Kontinent. Bekanntlich leben annähernd 55 Millionen Menschen in Afrika vom Baumwoll­anbau, so dass dieser eines der Hauptthemen der Veranstaltung sein wird. Die ‚Sustain‘ findet am Dienstag, dem 20. März statt.

Wo kann man sich über Inhalt und Ablauf der Tagung informieren?

Elke Hortmeyer: Ab sofort werden potentielle Interessenten auf der Tagungshomepage, aber auch über regelmäßige Newsletter und darüber hinaus durch aktive Pressearbeit aktuell und ausführlich über Tagungsinhalte informiert. Schon jetzt gibt es die Möglichkeit, sich zur Tagung online anzumelden und zu registrieren und Hotelbuchungen durchzuführen. Die Branche trifft sich am Donnerstag zum Ende des zweiten Tagungstages im Bremer Ratskeller zur ‚Cotton Night‘ After-Work-Party, früher bekannt als Bremer Abend.

Vielen Dank für das Gespräch.

Die Interviews in der Rubrik „Nachgefragt“ entsprechen der Meinung des jeweiligen Interviewpartners und geben nicht die Position der Bremer Baumwollbörse als neutrale, unabhängige Institution wieder.

Kategorie: Interviews

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